Die Meinung der BruneckerInnen ist gefragt!Über Geld und Verdienst zu sprechen, gilt hierzulande als Tabu. Das soll sich mit der EU-Richtlinie 2023/970 ändern, denn mit ihr wird Gehaltstransparenz ab Juni 2026 für alle EU-Mitgliedsstaaten zur Pflicht!Damit will man Entgeltdiskriminierung am Arbeitsplatz und der geschlechtsspezifischen Lohnschere zwischen Männer und Frauen entgegenwirken. Ganz nach dem Motto „Übers Geld spricht man!“ lädt Stadträtin Stefanie Peintner anlässlich des Equal Pay Days am 17. April alle interessierten Bruneckerinnen und Brunecker auf den Rathausplatz ein, um über Entlohnung zu sprechen, sich aktuelle Zahlen zur Entgeltlücke zu holen, aber auch um die eigene Meinung dazu zu Papier zu bringen - im wahrsten Sinne des Wortes. Einen weiteren Informationsstand wird es auch am Graben vor der Volksbank geben. Ein langer Papierstreifen quer über den Rathausplatz bietet am Freitag, 17. April von 10:00 bis 12:00 Uhr Platz, um Brunecker Stimmen und Meinungen zum Thema „Gleiche Arbeit, gleicher Lohn“ anlässlich des Equal Pay Days zu sammeln. Frauen und Männer, VertreterInnen aus Privatwirtschaft, öffentlichem Dienst, Unternehmertum, Verbänden und Politik, aber auch SchülerInnen und StudentInnen sind eingeladen, sich Gedanken zum Thema von der Seele zu schreiben, konstruktive Lösungsansätze in Sachen Gender Pay Gap zu notieren, Vorzeigebeispiele oder eben auch kritische Anmerkungen festzuhalten. „Mit dieser Aktion wollen wir nicht nur über den Status quo in Sachen Lohn(un)gleichheit informieren, sondern ganz bewusst das Ohr bei den BürgerInnen haben“, so Stadträtin Stefanie Peintner. Am Graben vor der Volksbank bietet ein weiterer Info-Stand Gelegenheit, um sich über die Thematik zu informieren. Die Aktion unterstützt die Forderung „Entgelt-Diskriminierung beenden, Gleichheit schaffen!“ des Landesbeirates für Chancengleichheit für Frauen. Das Thema ist ein alter Hut: Kulturelle Hürden, Stereotype in der Berufswahl und die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit führen zu den bekannten Auswirkungen auf das Gehalt, die Karriere und die Pension. Dieser „alte Hut“ wird vor allem Frauen als Arbeitnehmerinnen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst gleichermaßen wie Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen und Selbstständigen „aufgesetzt“. Mit der neuen EU-Richtlinie will man nun Gehaltstransparenz aus dem Hut zaubern – und das in allen EU-Mitgliedsstaaten. Bringt die Pflicht zur Gehaltsangabe den langersehnten Kulturwandel in Sachen Entgelt? Frau darf hoffen! Noch werden Gehälter hierzulande traditionell individuell im Vorstellungsgespräch verhandelt. Das schafft Intransparenz, die sich negativ auf Fairness und Chancengleichheit auswirkt und bestehende Lohnunterschiede verbirgt. Die EU-Richtlinie will ein Umdenken herbeiführen: Weg von geheimen Gehaltsverhandlungen im stillen Kämmerlein, hin zu einer offenen Kommunikation über Entgelt. Konkret bedeutet dies, dass ab Juni 2026 unter anderem bereits in Stellenausschreibungen das Einstiegsgehalt oder die Gehaltsspanne anzugeben ist. Damit will man den Verhandlungsspielraum, wie beispielsweise die Anwendung von Gehaltshistorien als Maßstab für neue Angebote oder persönliche Faktoren des besseren „Pokerns“ verringern und allen Bewerbenden dieselben Gehaltsinformationen und -chancen zugänglich machen. Ebenso muss in Stellenausschreibungen eine geschlechtsneutrale Sprache verwendet werden und das Einstellungsverfahren ohne geschlechtsspezifische Benachteiligung ablaufen. Weder das eine noch das andere darf das Recht auf gleiche Entlohnung für gleichwertige Arbeit aushebeln. Ziel ist es, dass alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen und behandelt werden. zum Artikel der Gemeinde