Eine Doppelschaukel, ein Biodiversitätspark und eine Frau namens Rita Levi–Montalcini: Das waren die Beweggründe der kleinen Feier am Freitag, 26. September 2026 vis a vis vom NOI Techpark Bruneck. Was diese drei miteinander verbindet, scheint auf den ersten Blick nicht viel zu sein. Beim genaueren Hinsehen jedoch ist es eine ganz Menge, allem voran der gemeinsame Anspruch, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Im heurigen Sommer wurde im Biodiversitätspark eine Doppelschaukel aus Holz realisiert. Die „Ideatorinnen“ dahinter sind die beiden Schülerinnen Paulina Sophie Notdurfter und Viktoria Aschbacher vom Kunstgymnasium Bruneck. Sie nahmen im vergangenen Herbst, zusammen mit weiteren drei Teams von Oberschülerinnen des Kunstgymnasiums sowie des Sprachen- und Realgymnasiums im Rahmen der Initiative „Jugend gestaltet Städte“ des Städtenetzwerks Südtirol an der Brunecker City Challenge teil. Dabei handelte es sich um einen Ideenwettbewerb, in dem es in einem knackigen Zeitrahmen von einem Vormittag darum ging, Konzepte und Ideen zu entwickeln, um den Biodiversitätspark zu einem lebendigen Begegnungsort zwischen Mensch(en) und Natur zu machen, der „Platz für alle“ bietet. Die Challenge, die von der Stadtgemeinde Bruneck und vom Jugenddienst begleitet wurde, richtete den Fokus dabei auf soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit - in anderen Worten: die Idee sollte Gemeinschaft und Inklusion fördern, umweltfreundlich gestaltet sein und kosteneffizient umgesetzt werden. Kein leichtes Unterfangen! Den beiden Schülerinnen Paulina Sophie und Viktoria ist es gelungen, all diese Ansprüche in ihre Idee einer Doppelschaukel zu packen, welche am Ende von der Jury zum Gewinnerprojekt der Brunecker City Challenge gekürt wurde. Im Laufe der letzten Monate wurde die Idee zusammen mit den zuständigen Stellen der Stadtgemeinde Bruneck ausgefeilt und finalisiert und schlussendlich im Biodiversitätspark umgesetzt.„Mit der heutigen Vorstellung des Gewinnerprojektes der Brunecker City Challenge möchten wir die Jugend und ihr partizipatives Engagement wertschätzen. Gleichzeitig möchten wir aufzeigen, wie wichtig es ist, auch in Zukunft junge Perspektiven in unsere städtische Entwicklung einzubeziehen, weil Jugendliche andere Fragen stellen, anderer Schwerpunkte setzen, andere Sichtweisen einbringen und oft den Mut haben, Dinge neu zu denken“, so die Stadträtin für Jugend und Umwelt, Stefanie Peintner. „Die Doppelschaukel im Biodiversitätspark lädt nicht nur zum persönlichen und zwischenmenschlichen Austausch in einer digital gewordenen Gesellschaft ein. Sie bietet auch Gelegenheit, sich wortwörtlich mitten in das Konzept der Biodiversität zu setzen, und diese 'Wildnis' inmitten der Stadt auf sich wirken zu lassen“, so die Stadträtin weiter. Gerade die „Wildheit“ des Biodiversitätsparks war in Vergangenheit öfters zum Kritikpunkt geworden. Dem entgegnet die Stadträtin: „Es braucht etwas Geduld, bis dieses Grün in voller Pracht gewachsen ist – aber was hier am Entstehen ist, ist widerstandsfähig, ökologisch sinnvoll und langfristig ein Gewinn für die Stadt. Wenn wir verstehen, wie wichtig diese Wildnis für das Weiterbestehen des Ökosystems und eng damit verbunden mit dem des Menschen ist, verstehen wir, dass gerade das „Wilde“ das Schöne an der Biodiversität ist.“ Im Rahmen der Veranstaltung erhielt der Park auch seine offizielle Benennung nach der italienischen Medizinerin und Neurobiologin Rita Levi-Montalcini. Bürgermeister Bruno Wolf betonte, dass der Park ganz bewusst nach einer Frau benannt werden sollte und erklärte weiter: „Rita Levi-Montalcini entdeckte für das Zellwachstum zuständige körpereigene Wachstumsfaktoren und wurde dafür unter anderem mit dem Nobelpreis für Medizin und Physiologie ausgezeichnet. Ihr wissenschaftlicher Hintergrund schafft insofern auch eine Brücke zum gegenüberliegenden NOI Techpark, der seinen Fokus auf Forschung, Innovation und nachhaltigen Fortschritt legt.“ Der kleinen aber durchaus „reichhaltigen“ Feier wohnten VertreterInnen von Politik, Verwaltung, Schule, Eurac, Raiffeisen, privaten Institutionen sowie der Biodiversitätsgruppe bei. Am Ende war der Biodiversitätspark - um positive Begebenheiten, dem offiziellen Namen und der Doppelschaukel reicher - wieder ganz seiner Bestimmung überlassen, nämlich ein Begegnungsort zwischen Mensch(en) und Natur zu sein, in dem Vielfalt Platz haben darf. Die Gewinnerinnen der City Challengevon links: die Schülerinnen, Stadträtin Stefanie Peintner, Bürgermeister Bruno Wolf, Stadtrat Lukas Neumairzum Artikel der Gemeinde