Montag, 24. August 2015

10.300 Flüchtlingskinder in Italien eingetroffen

Während Italien weiterhin mit der starken Flüchtlingswelle konfrontiert ist, wächst die Sorge wegen der großen Zahl von minderjährigen Flüchtlingen, die ohne Begleitung von Erwachsenen in Italien eintreffen.

Foto: © APA/EPA

Seit Anfang 2015 haben 10.300 Minderjährige nach Seefahrten über das Mittelmeer Süditalien erreicht, berichtete die Kinderschutzorganisation „Save the Children“ auf Sizilien.

7.400 Minderjährige haben ohne Freunde und Angehörige die gefährliche Reise über das Mittelmeer unternommen. Das Schicksal der minderjährigen Flüchtlinge sei oft ungewiss, so die Organisation.

Viele von ihnen landen in Flüchtlingseinrichtungen für Jugendliche, wo sie bis zu eineinhalb Jahre verbringen müssen, bis sie identifiziert werden und Asylrecht erhalten. Andere tauchen einfach unter und versuchen auf eigene Faust, Freunde und Angehörige in anderen europäischen Ländern zu erreichen. Sie sind dabei großen Gefahren ausgeliefert.

Wer in den Jugendeinrichtungen für Flüchtlinge bleibt, muss sich auf eine lange Wartezeit gefasst machen, bis er internationalen Schutz erhält. Minderjährige Flüchtlinge genießen in Italien zwar automatisch den Schutz, den die 1989 verabschiedete UNO-Konvention für Kinderrechte vorsieht. Bis sie identifiziert werden und Asylstatus erhalten, kann es aber lange dauern.

Die Betreuung von unbegleiteten Kindern wurde in den vergangenen Jahren in Italien verbessert. So wird für minderjährige Flüchtlinge eine Person eingesetzt, die sich um die Fürsorge und um die Zusammenführung mit Familienangehörigen kümmert.

apa

stol