Montag, 05. März 2018

14 Zivilisten im syrischen Ost-Ghouta getötet

Bei neuen Angriffen der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellenenklave Ost-Ghouta sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 14 Zivilisten getötet worden. Die Luftangriffe in der Nacht und am Montag in der Früh richteten sich gegen mehrere Orte in der Enklave östlich von Damaskus, wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mitteilte.

Mehrere Ortschaften wurden angegriffen. - Foto: APA (AFP)
Mehrere Ortschaften wurden angegriffen. - Foto: APA (AFP)

Allein bei Angriffen auf die Stadt Hammuriyeh, auf die Fassbomben abgeworfen wurden, gab es demnach mindestens zehn Tote. Ungeachtet der internationalen Forderungen nach einem Ende der Angriffe auf Ost-Ghouta hatte der syrische Machthaber Bashar al-Assad am Sonntag eine Fortsetzung der Armeeoffensive angekündigt. Die Mehrheit der Bevölkerung von Ost-Ghouta wolle „den Fängen des Terrorismus” entkommen, sagte Assad: „Der Einsatz muss weitergehen.” Assad versicherte, Zivilisten hätten die Möglichkeit, die umkämpfte Enklave zu verlassen. Es gebe keinen Widerspruch zwischen einer Waffenruhe und der Fortsetzung der Kämpfe.

Seit Mitte Februar fliegen syrische Regierungstruppen mit russischer Unterstützung heftige Luftangriffe auf die Enklave Ost-Ghouta, wo sich Rebellen seit Jahren gegen die Armee behaupten. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden dabei bisher mehr als 700 Zivilisten getötet, darunter mehr als 160 Kinder. Seit einigen Tagen läuft zudem eine Bodenoffensive gegen die Rebellen. Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Informanten vor Ort stützt, sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Waffenruhe nicht umgesetzt

Der UNO-Sicherheitsrat hatte Ende Februar eine Resolution für eine einmonatige Waffenruhe in Syrien verabschiedet, die jedoch nicht umgesetzt wurde. Trotz einer von Russland vor einigen Tagen in Kraft gesetzten täglich fünfstündigen Feuerpause setzte die Armee ihren Vormarsch fort. Die syrische Armee hat nach Angaben der Beobachtungsstelle inzwischen mehr als ein Viertel der Enklave östlich von Damaskus unter Kontrolle.

Rund 400.000 Menschen leben in der seit 2013 belagerten Region, sie leiden große Not. Am Montag sollen sie zum ersten Mal seit Beginn der Offensive mit einem Hilfskonvoi versorgt werden. Nach Angaben der UNO stehen 46 Lkw mit Medikamenten und Lebensmitteln für 27.500 Menschen bereit.

apa/ag.

stol