Dienstag, 27. März 2018

2 Millionen Kinder gehen wegen Jemen-Krieg nicht zur Schule

Wegen des andauernden Bürgerkriegs können im Jemen einem UNICEF-Bericht zufolge 2 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen. Allein seit Eintritt der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jahr 2015 sei die Zahl um fast eine halbe Million gestiegen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Report „If not in School“ („Wenn wir nicht in die Schule gehen“) des UNO-Kinderhilfswerks.

Einem UNICEF-Bericht zufolge können 2 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen. - Foto: www.unicef.de
Einem UNICEF-Bericht zufolge können 2 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen. - Foto: www.unicef.de

„Eine ganze Generation von Kindern im Jemen sieht wegen des eingeschränkten oder fehlenden Zugangs zu Bildung einer trostlosen Zukunft entgegen“, sagte Meritxell Relano, UNICEF-Beauftragte für den Jemen. Ein Grund für diese Entwicklung liegt dem Bericht zufolge im verstärkten Einsatz von Kindersoldaten. Demnach wurden seit 2015 mehr als 2400 Kinder von bewaffneten Gruppen rekrutiert.

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- Foto: www.unicef.de

Hinzu kommen die wachsenden Gefahren auf dem Schulweg: Kinder könnten unterwegs getötet werden, sagte Relano. Aus Angst vor Angriffen würden viele Eltern ihre Kinder lieber zuhause behalten. Die Familien würden dann nach „gefährlichen Alternativen“ suchen, um den Nachwuchs durchzubringen, darunter Kinderehen, Kinderarbeit und Eintritt in bewaffnete Gruppen, sagte Relano. Zudem ist laut dem Bericht der Schulbesuch von weiteren viereinhalb Millionen Kindern im Jemen gefährdet. Der Grund: Wegen des andauernden Konflikts hätten die Lehrer seit mehr als einem Jahr kein Gehalt bekommen.

Über 2500 Schulen außer Betrieb 

Laut dem Report sind über 2500 Schulen im Jemen außer Betrieb. 2 Drittel aller Einrichtungen seien bei Angriffen beschädigt worden, 7 Prozent werden für militärische Zwecke oder als Notunterkünfte genutzt. UNICEF rufe alle Konfliktparteien, und diejenigen, die Einfluss auf sie haben, dazu auf, den Krieg zu stoppen und für den Wiederaufbau der Schulen und die Bezahlung der Lehrer zu sorgen, teilte die Organisation mit.

Die Vereinten Nationen (UNO) bezeichnen den Jemen-Krieg als größte humanitäre Krise weltweit. 7 Millionen Menschen sind dort vom Hunger bedroht, außerdem herrscht in dem Land eine Cholera-Epidemie. Seit dem Eintritt der von Riad angeführten Koalition in den Konflikt im März 2015 wurden fast 10.000 Menschen getötet.

apa/afp

stol