Mittwoch, 18. Oktober 2017

200.000 Katalanen protestieren gegen U-Haft für Aktivisten

Kurz vor Ablauf eines Ultimatums aus Madrid verschärft die Inhaftierung zweier Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung die Spannungen zwischen der spanischen Zentralregierung und den Separatisten in Barcelona.

200.000 Menschen forderten am Dienstagabend die Freilassung der beiden inhaftierten Anführer. - Foto: APA/AFP
200.000 Menschen forderten am Dienstagabend die Freilassung der beiden inhaftierten Anführer. - Foto: APA/AFP

Zehntausende Menschen protestierten am Dienstagabend in Barcelona gegen die Festnahme von zwei führenden Aktivisten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung.

Der Sprecher der Regionalregierung Kataloniens, Jordi Turull, bezeichnete den Vorfall als „demokratische Schande”. Am Donnerstag läuft ein Ultimatum aus Madrid an die Separatisten ab: Bis dahin sollen sie erklären, die Abspaltungsbestrebungen aufzugeben.

Turull versicherte, der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont werde dem Druck nicht nachgeben und Madrid erneut Dialog anbieten. „Er wird von seiner Position nicht abrücken”, so Turull.

„Spanische Justiz raus”

Die Demonstranten skandierten Parolen wie „Ihr seid nicht allein!” und „Spanische Justiz raus”. Viele der Befürworter einer Abspaltung der Region von Spanien marschierten mit brennenden Kerzen. Auf Plakaten war unter anderem „Freiheit für die politischen Gefangenen” und „Help us Europe!” zu lesen. Die städtische Polizei der katalanischen Hauptstadt schätzte die Teilnehmerzahl auf 200.000.

Zum Protest aufgerufen hatten die Bürgerinitiative Katalanische Nationalversammlung (ANC) und der Kulturverein Omnium Cultural. Die beiden Präsidenten dieser einflussreichsten separatistischen Organisationen, Jordi Sanchez und Jordi Ciuxart, waren am Montag auf Anordnung einer Richterin in Untersuchungshaft genommen worden.

15 Jahre Haft drohen

Den beiden Männern wird „aufrührerisches Verhalten” vorgeworfen. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Sie sollen unter anderem bei einer Demonstration am 20. September die Teilnehmer dazu ermutigt haben, Angehörige der staatlichen Polizeieinheit Guardia Civil einzukesseln. Dabei seien Fahrzeuge der Polizei beschädigt worden, erklärte der nationale Staatsgerichtshof.

apa/dpa/ag.

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stol