Im Laufe der Jahre haben sich nicht nur die Arbeitsmethoden verändert, sondern auch das Aufgabenfeld der Schmiede.<BR /><BR />Simon arbeitet gerade an einem Grabkreuz, Martin beschäftigt sich mit der Fertigstellung eines Geländers und Vater Karl steht am Amboss und bearbeitet Eisenstäbe mit einem Hammer. Dieser erste Blick in die alte Dorfschmiede vermittelt ein Bild vergangener Zeiten, aber beim genaueren Hinsehen fällt auf, dass auch moderne Arbeitsgeräte wie ein Computer in der Werkstatt zu finden sind. Aber immer noch da sind auch Amboss, Hammer und Zangen und natürlich der Ofen, in dem das Feuer brennt.<BR /><BR />Die Dorfschmiede ist seit 222 Jahren von der Familie Moser immer auf einen direkten Nachkommen in der Familie übergegangen. Seniorchef Karl hat den Betrieb von seinem Vater Alois übernommen und hat ihn nun an seine Söhne Simon und Martin weitergegeben. Die Schmiedearbeit hat sich dabei im Wesentlichen nicht verändert, geändert haben sich im Laufe der Jahre aber die Kundenwünsche.<BR /><BR />„Während mein Vater noch hauptsächlich Hufeisen schmiedete und damit Pferde beschlug, kamen in meiner Zeit Schlosserarbeiten, Werkzeuge, Fenstergitter und Wagenräder hinzu“, erzählt Karl Moser. Und seine Söhne haben ihr Tätigkeitsfeld weiter ausgebaut: Heute fertigen Simon und Martin Geländer, Treppen, Hochbeete, Grabkreuze und viele weitere Gegenstände aus Metall, Eisen, Bronze, Edelstahl und Aluminium.<h3> Tradition und Innovation</h3>Während Vater Karl seine Arbeiten noch mit Papier und Bleistift vorzeichnete, entwerfen die Jungen ihre Objekte nun am Computer. Simon, der nach der Matura eine Lehre als Schlosser absolvierte und die Meisterprüfung als Schmied und Schlosser ablegte, übernahm vor 5 Jahren den Betrieb des Vaters. „Mir gefällt die Arbeit. Es ist ein schönes Gefühl, bei jedem Schritt – vom Ausmessen über das Zeichnen bis hin zum fertigen Stück alles selbst zu machen“, sagt er. Das Schmiedehandwerk biete viel Abwechslung und die Möglichkeit, spannende Projekte umzusetzen.<BR /><BR />Martin, der jüngere der beiden Brüder, stieg vor 2 Jahren nach seinem Mechatronik-Studium in Innsbruck in den Betrieb ein. „Ich habe Praktika in verschiedenen Metallverarbeitungsbetrieben gemacht und schnell gemerkt, dass mir das praktische Arbeiten sehr liegt“, erzählt er. Das Handwerk sei eine anspruchsvolle Arbeit, die oft unterschätzt werde. <h3> Aufgaben immer komplexer</h3>„Viel Wissen, Erfahrung und Denkleistung sind gefragt, da die Aufgaben immer komplexer werden“, betont er. Aber auch in Zeiten modernster Technologien bleibe das Handwerk mit seiner individuellen Maßanfertigung weiterhin unverzichtbar.<BR /><BR />Die Brüder haben als kleine Buben das Schmiedehandwerk hautnah mitbekommen und in ihrer Freizeit auch gerne ein bisschen in die Werkstatt des Vaters hineingeschnuppert. Es ist ihnen wichtig, das väterliche Erbe gemeinsam weiterzuführen.<BR /><BR /> „Für mich ist es natürlich eine Freude und auch eine Ehre, dass meine Buben weitermachen“, sagt Vater Karl. Druck habe es nie gegeben, die Söhne hätten sich frei für diesen Weg entschieden.