Montag, 23. Juli 2018

27. Juli: Wahnsinns-Himmelsspektakel steht bevor

Zum astronomischen Leckerbissen verspricht der Abend des 27. Juli, also kommenden Freitag, zu werden, fallen da doch mit einer totalen Mondfinsternis und einer außergewöhnlich guten Sichtbarkeit des Mars zwei grandiose Himmelsereignisse zusammen. STOL hat über das spannende Ereignis mit David Gruber, Astrophysiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Planetarium Südtirol in Gummer, gesprochen.

Am Freitag fallen 2 besondere Himmels-Events zusammen.
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Am Freitag fallen 2 besondere Himmels-Events zusammen. - Foto: © shutterstock

Am kommenden Freitag steht der Rote Planet nicht nur in „Opposition“, also exakt auf der anderen Seite der Erde als die Sonne. Er befindet sich zu diesem Zeitpunkt auch noch an einem der sonnennächsten Punkte (Perihel) seiner Bahn um das Zentralgestirn unseres Sonnensystems. Das hat zur Folge, dass die Distanz zwischen Mars und Erde bei der sogenannten Perihelopposition besonders gering ist – allerdings in astronomischen Dimensionen, denn auch am 27. Juli beträgt der Abstand immer noch rund 60 Millionen Kilometer. Am 31. Juli sind es dann gar „nur“ knapp 58 Millionen Kilometer, so David Gruber im Interview mit STOL. Zum Vergleich: Der geringste Abstand des Mars zur Erde beträgt 54 Millionen Kilometer, die größte Entfernung 401 Millionen Kilometer.

David Gruber, Astrophysiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Planetarium Südtirol in Gummer, freut sich auf den Freitag.

Mars direkt unter dem Mond als roter Lichtpunkt zu sehen

Wie David Gruber im Gespräch mit STOL erklärt, kommen Himmelsbeobachter in den Genuss einer Perihelopposition nur alle 15 bis 17 Jahre. Zuletzt kamen sich die beiden Planeten 2003 mit 55,8 Millionen Kilometern so nahe, nächstes Mal wird es erst 2035 wieder so weit sein. In dieser aus Erdperspektive besonderen Position ist der Mars nicht nur die ganze Nacht über zu sehen, sondern wird auch der hellste Stern am Himmel sein. Er ist laut Gruber unverkennbar, er wird rötlich-orange leuchten und ab 22.15 Uhr genau unterhalb des Mondes zu sehen sein.

„Unglaublicher Zufall“

„Es ist ein unglaublicher Zufall, dass eine Mondfinsternis und die sogenannte Mars-Opposition zusammenfallen. So etwas sieht man vermutlich nur einmal im Leben. Es wird ein spektakuläres Erlebnis werden, weil beide Phänomene mit dem freien Auge zu beobachten sind und unter dem roten Mond auch noch der Mars als rötlicher, heller Lichtpunkt erscheint“, so Gruber. Die rote Färbung des Mondes kommt übrigens vom Sonnenlicht, das von der Erdatmosphäre in Richtung Mond gestreut wird. 

Totale Mondfinsternis 

Zusätzlich zur guten Marssicht gibt es, wie erwähnt, auch eine Mondfinsternis. „Der Zeitpunkt ist komfortabel: Es ist ein Freitag, es ist Sommer und es ist zu einer „christlichen“ Zeit“, freut sich Gruber. „In Südtirol wird man zwar die Phase der Verdunkelung nicht beobachten können, der Mond wird gegen 21.30 bereits verdunkelt aufgehen, das heißt, er wird sich da schon im Kernschatten der Erde befinden“, so der Experte gegenüber STOL. Dennoch hat man genügend Zeit das Spektakel weiter zu beobachten. Bis 23.13 wird sich der Mond im Kernschatten (Totalität) befinden, anschließend beginnt die partielle Phase. Kurz vor Ende der Totalität wird der Blick auf den dunkelroten Vollmond voraussichtlich am lohnendsten sein. Um 00.19 endet die partielle Phase und die Mondfinsternis ist vorüber. Mondfinsternisse gibt es nur bei Vollmond, dabei tritt der Erdtrabant in den Schatten der Erde.

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Wo ist das Himmelsspektakel am besten zu beobachten?

Ab etwa 22.15 Uhr wird es in Südtirol dunkel genug sein, um den Mond als rötliche Scheibe gut zu erkennen. Und eben auch den Mars. Gruber empfiehlt, sich an einen dunklen Ort zu begeben, am besten irgendwo in die Höhe, wo der Blick nach Südosten, wo sowohl der Mond als auch der Mars zu sehen sind, frei ist. 

Das Planetarium Südtirol in Gummer bietet zur Mondfinsternis und Marsbeobachtung den ganzen Freitag über Vorträge und am Abend bei der Sternwarte „Max Valier“ in Obergummer Himmelsbeobachtung an. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt ans Planetarium Südtirol, Tel. 0471/610020. Auch David Gruber wird den ganzen Tag über vor Ort sein.

Fotos an STOL schicken

Wer sein Foto von der morgigen Mondfinsternis auf Stol veröffentlichen möchte, kann es per E-Mail ([email protected]; Betreff: MONDFINSTERNIS) zusenden. Einige schöne Bilder werden in der Montag-Ausgabe der „Dolomiten“ abgedruckt.

apa/stol/vs

stol