Donnerstag, 04. Januar 2018

28 Zivilisten durch Angriffe von Aktivisten nahe Damaskus getötet

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte am Donnerstag mit, die russische Luftwaffe und die syrischen Regierungstruppen hätten am Mittwoch Ziele in der Region Ost-Ghuta angegriffen. Allein 19 Zivilisten wurden demnach durch russische Luftangriffe auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Misraba getötet.

Nahe Damaskus verloren 28 Aktivisten ihr Leben.
Nahe Damaskus verloren 28 Aktivisten ihr Leben. - Foto: © shutterstock

Die übrigen Todesopfer habe es bei Angriffen der Regierungstruppen in anderen Gebieten gegeben. Die in Großbritannien angesiedelte Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Ost-Ghuta ist eines der letzten Gebiete unter Kontrolle bewaffneter Islamisten in Syrien

Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte, unter den Toten seien sieben Kinder und elf Frauen. Ost-Ghuta ist eines der letzten Gebiete unter Kontrolle bewaffneter Islamisten in Syrien, insbesondere der Gruppe Jaisch al-Islam. Regierungstruppen belagern die Region am Ostrand von Damaskus seit 2013. Die etwa 400.000 Einwohner haben kaum noch Nahrungsmittel oder Medikamente.

Die Türkei unterstützt in Syrien bewaffnete Regierungsgegner

Ost-Ghuta ist eine von vier Deeskalationszonen in Syrien, auf deren Einrichtung sich Russland, der ebenfalls mit Syrien verbündete Iran und die Türkei im Mai geeinigt hatten. Die Türkei unterstützt in Syrien bewaffnete Regierungsgegner.
Der Chef von Jaisch al-Islam, Mohammed Allusch, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, die Regierung plane einen Angriff auf seine Kämpfer in Ost-Ghuta. Zu diesem Zweck habe sie im vergangenen Monat Truppen zusammengezogen. Die regierungsnahe syrische Zeitung „Al-Watan“ berichtete von Truppenansammlungen außerhalb des Vororts Harasta.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte unterdessen mit, islamistische Rebellen hätten bei einem Granatenangriff auf den russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim im Nordwesten Syriens zwei dort stationierte Soldaten getötet. Ein Bericht der Zeitung „Kommersant“, wonach bei dem Angriff auch sieben Militärflugzeuge „so gut wie zerstört“ wurden, sei aber „falsch“.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte im vergangenen Dezember den Abzug eines Großteils der russischen Truppen aus dem Bürgerkriegsland angekündigt, da diese ihre Aufgabe weitgehend erfüllt hätten. Russland bleibt in Syrien aber weiterhin militärisch präsent – nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu unter anderem mit drei Bataillonen der Militärpolizei sowie zwei Militärstützpunkten.

APA/AFP 

stol