In Österreich hat die Regierung gerade das Förderprogramm „Versorgungssicherheit im ländlichen Raum – Energieautarke Bauernhöfe“ auf den Weg gebracht – und auch in Südtirol wird das Thema Energie für die Bauern immer zentraler. <BR /><BR />„Energiegewinnung am Hof durch Fotovoltaikanlagen, aber auch kleine Wasserkraftwerke und die Nutzung von Biomasse – das wird die Zukunft sein“, ist auch Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler überzeugt.<BR /><BR />Das größte Potenzial für Südtirols Höfe, so weit wie möglich energieautark zu werden, sieht Tiefenthaler in der <b>Fotovoltaik</b>. Zwar sei es in Südtirol (noch) nicht erlaubt, damit Strom auf der „grünen Wiese“ zu erzeugen. „Aber an Gebäuden aller Art, sei es am Wohngebäude, sei es an Wirtschaftsgebäuden, können Anlagen montiert und dann an Ort und Stelle genutzt werden“. <BR /><BR />Ziel müsse es dabei aber auch sein, den produzierten Strom zu speichern. Das könne über Batterien funktionieren. Eine staatliche Ausschreibung über den PNRR hatte genau dies im Sinn: Fotovoltaikanlagen für die Landwirtschaft einschließlich batterieller Speicherung. Einige Südtiroler Höfe haben sich daran beteiligt, „der Fonds wurde staatsweit aber nur zu einem Drittel aufgebraucht, ich gehe davon aus, dass Rom die Ausschreibung daher noch einmal aufmacht. Das wäre eine weitere Chance für unsere Landwirte“, sagt SBB-Direktor Siegfried Rinner. <h3> Strom mit Beregnungsanlagen</h3>Eine zweite Möglichkeit wäre die Nutzung von <b>Wasserkraft</b>, nämlich mit Turbinen in Beregnungs- oder auch Trinkwasserleitungen. „Wäre“, sagt Rinner, denn tatsächlich lohne sich dies mit den derzeitigen Regelungen nur für Konsortien, die über die Turnusregelung bei der Beregnung eine ausreichend Zahl an Beregnungsstunden zusammenbekommen. <BR /><BR />Denn, sagt Rinner, „theoretisch ist zwar die Doppelnutzung des Wassers im Wassernutzungsplan erlaubt, im Gewässerschutzplan wird sie aber wieder eingeschränkt, indem die Nutzung nur gleichzeitig erfolgen darf, also nur während der Beregnung auch Strom produziert werden kann“. Und das, so Rinner, obwohl die Konzession für die Wasserentnahme für die Beregnung theoretisch für 24 Stunden am Tag gelten würde. Auch brauche der Landwirt für die Nutzung zur Energieerzeugung eine eigene Konzession, mit einem entsprechenden Verfahren. <BR /><BR /><embed id="dtext86-58227103_quote" /><BR /><BR />„Das Gesetz würde es der Landesregierung ermöglichen, die Erlaubnis mit einem einfachen Verfahren zu geben, solange sie dieselbe Wassermenge betrifft wie die Konzession für die Beregnung“, erklärt der SBB-Direktor.<BR /><BR />Die dritte Möglichkeit, wie der Landwirt zum Energiewirt werden kann, ist die Energiegewinnung aus <b>Biomasse</b> (Holz, Festmist, Gülle). Die Gülle-Verwertung liefert dabei neben der Energie gleich noch ein paar weitere Vorteile, so können als Nebenprodukte sowohl stickstoffhaltige Dünger als auch CO2 beispielsweise für die Lebensmittelproduktion gewonnen werden. Übrig bleibt sauberes Wasser. <BR /><BR />„Investitionen in die Energieproduktion sind Investitionen in die Zukunft“, unterstreicht Rinner. Denn die Möglichkeiten, Energie einzusparen, seien – nicht nur – in der Landwirtschaft begrenzt. „Wollen wir weg von fossilen Energieträgern und zudem möglichst unabhängig werden, dann müssen wir diesen Weg nun konsequent einschlagen – und auch die ein oder andere heilige Kuh schlachten“, sagt er.<BR />