Samstag, 23. Juni 2018

3 Millionen Italiener zu Bürgermeister-Stichwahlen aufgerufen

Die italienische Politik erlebt das letzte Wahlduell dieses ereignisreichen Jahres: Am morgigen Sonntag sind Bürgermeister-Stichwahlen in 75 Gemeinden geplant, 14 davon sind Provinzhauptstädte. In 29 Gemeinden zieht die Mitte-Rechts-Koalition als Favoritin ins Rennen, in weiteren 20 sind Mitte-Links-Kräfte vorn. Fast drei Millionen Wähler sind zu den Bürgermeister-Stichwahlen aufgerufen.

Am morgigen Sonntag sind Bürgermeister-Stichwahlen in 75 Gemeinden geplant, 14 davon sind Provinzhauptstädte.
Am morgigen Sonntag sind Bürgermeister-Stichwahlen in 75 Gemeinden geplant, 14 davon sind Provinzhauptstädte. - Foto: © APA/AP

Spannend ist der Wahlkampf in der ligurischen Hafenstadt Imperia, wo sich der Ex-Industrieminister und Vertraute von Ex-Premier Sivlio Berlusconi, Claudio Scajola, an der Spitze einer Bürgerliste mit dem Mitte-Rechts-Kandidaten, den Architekten Luca Lanteri, duelliert. Die PD-Partei (Partito Democratico) hofft in der Adria-Hafenstadt Ancona auf einen Sieg der scheidenden Bürgermeisterin Valeria Mancinelli, die beim ersten Wahlgang am 10. Juni 48 Prozent der Stimmen erreicht hatte. Ihr von der Mitte-Rechts-Allianz unterstützter Rivale Stefano Tombolini musste sich mit 28 Prozent begnügen. Ancona wird seit 25 Jahren von Mitte-Links-Parteien regiert.

761 Gemeinden mit insgesamt sieben Millionen Wählern waren am 10. Juni an den Teil-Kommunalwahlen beteiligt. Dabei hatte die 761 Gemeinden mit insgesamt sieben Millionen Wählern waren am 10. Juni an den Teil-Kommunalwahlen beteiligt. Dabei hatte die Lega gut abgeschnitten, während die PD weitere Stimmenrückgänge in traditionellen Hochburgen in der Toskana hatte hinnehmen müssen. Auch die Fünf-Sterne-Bewegung hatte beim ersten Wahlgang nicht geglänzt.

Hauptakteur ist Innenminister Matteo Salvini

Die Teilkommunalwahlen sind der erste Wahltest, seitdem ein Kabinett aus Lega und Fünf Sterne-Bewegung Italiens Führung übernommen hat. Hauptakteur ist Innenminister Matteo Salvini, der einen harten Kurs in der Migrationspolitik fährt, obwohl die Ankunftszahlen dieses Jahr im Vergleich zu 2017 um rund 80 Prozent gesunken sind. Die neue Einwanderungspolitik der Regierung in Rom kommt bei der Bevölkerung laut Umfragen gut an. Salvini hatte sich trotz seiner Regierungsverantwortung stark als Lega-Chef im Wahlkampf für die Teilkommunalwahlen engagiert.

Salvinis Lega segelt laut jüngsten Umfragen auf einem Rekordhoch und übertrifft sogar die Fünf-Sterne-Bewegung, die im Parlament doppelt so viele Stimmen hat. Sollte es zu Neuwahlen kommen, würde die Lega laut einer von der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ am Mittwoch veröffentlichten Umfrage 30,1 Prozent der Stimmen erhalten. Bei den Parlamentswahlen am 4. März hatte es die Salvini-Partei auf 17 Prozent der Stimmen geschafft, die Fünf Sterne-Bewg von Luigi Di Maio hatte 32 Prozent der Stimmen erhalten.

apa

stol