Dienstag, 20. Februar 2018

3 Rittner und 3 Lamas: Tierischer Pilgerzug nach Rom

Am Dienstagnachmittag sind 3 Rittner vom Waltherplatz aus aufgebrochen, um sich einen langersehnten Traum zu verwirklichen: Gemeinsam mit 3 Lamas wollen sie einem alten Pilgerweg bis nach Rom folgen.

Die Rittner Thomas Mohr mit Buffon de Oro, Walter Mair mit Shaqiri de Oro und Thomas Burger mit Tiento de Oro auf dem Waltherplatz. - Foto: DLife
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Die Rittner Thomas Mohr mit Buffon de Oro, Walter Mair mit Shaqiri de Oro und Thomas Burger mit Tiento de Oro auf dem Waltherplatz. - Foto: DLife

Freccia Argento kann jeder: Heutzutage ist die Ewige Stadt am Tiber von Bozen aus bequem mit dem Zug in nur vier Stunden erreichbar. Das ist den Rittnern Walter Mair, Thomas Burger und Thomas Mohr aber zu gewöhnlich. Sie werden der mehr als 1000 Kilometer langen Strecke des mittelalterlichen Pilgerweges Via Romea folgen. Und das nicht alleine, sondern in Begleitung von drei trekkingerfahrenen Lamas. Für die Tiere ist es allerdings die erste Pilgerwanderung.

Argentinische Tiere für den argentinischen Papst

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Reise hatte Walter Mair schon vor langer Zeit: Der Betreiber des Kaserhofs in Oberbozen hat vor 15 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Sabine auf dem Ritten eine Hofstelle errichtet. Bereits vorher, nämlich vor 22 Jahren, hatte er sich auf die Zucht von Lamas und Alpakas spezialisiert. 

Mittlerweile hat Mair rund 200 Tiere am Hof. Immer wieder ist er mit einigen seiner Tiere auf Tour. So entstand auch die Idee, einmal eine wirklich ausgedehnte Reise zu machen. Und da Papst Franziskus aus dem Ursprungsland von Mair‘s Tieren stammt, nämlich aus Argentinien, dachte er sich: Warum nicht dem Heiligen Vater einen Besuch abstatten und ihm dabei ein paar handgemachte Geschenke aus Alpakawolle mitbringen.

Aus verschiedenen Gründen musste die Tour im Winter über die Bühne gehen, auch wenn die Temperaturen etwa bei der Überschreitung des Apennins nicht immer sehr einladend sein werden. Aber spätestens im April, wenn die 3 Rittner vor den Toren Roms ankommen, sollte der Frühling dort Einzug gehalten haben und Wanderer und Tiere für die Strapazen der zurückgelegten Distanz, aufgeteilt auf voraussichtlich 55 Tagesetappen, entschädigen.

Pilgerroute aus dem Mittelalter

Die Route, die die Rittner Abenteurer für ihre außergewöhnliche Tour ausgewählt haben, ist eine uralte Pilgerroute, die seit dem Mittelalter von vielen Romreisenden gewählt wurde. Die sogenannte Via Romea wurde erstmals im 13. Jahrhundert von Abt Albert von Stade begangen.

Die gesamte Pilgerreise startet in Stade bei Hamburg, durchquert ganz Deutschland von Norden nach Süden, erreicht Nordtirol und überquert schließlich am Brenner die Grenze nach Südtirol. Die Pilgerroute verläuft dann auch über den Ritten, von wo der Lamatrek der drei Rittner nach Rom am Dienstag seinen Ausgang nahm.

Von dort geht es weiter nach Bozen, durch das Überetsch und das Unterland, weiter nach Trient und durch die Val Sugana bis in die Poebene, vorbei an den Stätten des heiligen Antonius in Padua. Im weiteren Verlauf durchquert die Pilgerroute die Emilia Romagna, Umbrien, die Toskana und erreicht schließlich Latium und die Hauptstadt Rom.

Tiere als Entschleuniger

Buffon de Oro, Shaqiri de Oro und Tiento de Oro, so heißen die 3 preisgekrönten Zuchthengste vom Kaserhof, die die Pilger auf ihrem Weg begleiten sollen. „Wir nehmen die Tiere nicht mit, um unser Gepäck zu tragen. Die Lamas sind uns auf dieser Tour vielmehr freundliche Weggefährten, die uns erfahrungsgemäß mit ihrem konstant gemächlichen Tempo dabei helfen werden, das ganze Vorhaben nicht etwa als sportliche Spitzenleistung zu sehen, sondern als Chance zur Entschleunigung und für faszinierende Begegnungen mit Land und Leuten auf dem Weg durch halb Italien“ freut sich Thomas Burger. 

„Welche bessere Gelegenheit zu einer Auszeit von den mannigfaltigen beruflichen und persönlichen Verpflichtungen gibt es, als sich in Begleitung von guten Freunden und drei Tieren auf einen langen Pilgerweg zu begeben, der sowohl eine Möglichkeit zu körperlicher Ertüchtigung, als auch zu innerer Einkehr bietet“ erklärt Thomas Mohr seine Motivation.

stol/liz

stol