Montag, 29. Januar 2018

3579 Migranten seit 2018 in Italien eingetroffen

Nach der Rettung von über 800 Migranten am Samstag und dem Tod von drei Flüchtlingen schlagen NGOs wegen der zunehmenden Abfahrt von Flüchtlingen von Libyen nach Italien Alarm. Seit Beginn 2018 trafen 3579 Migranten in Italien ein, 230 Personen seien bei Seefahrten gestorben, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“.

Im Jänner 2018 trafen mehr Flüchtlinge in Italien ein als im Vergleichsmonat der Vorjahre.
Im Jänner 2018 trafen mehr Flüchtlinge in Italien ein als im Vergleichsmonat der Vorjahre. - Foto: © LaPresse

Die Zahl der Ankünfte im Jänner 2018 sei höher als im Vergleichsmonat 2017 und 2016. Die hohe Zahl der Todesopfer sei dem schlechten Zustand der Schlauchboote, sowie der geringeren Zahl der zur Flüchtlingsrettung eingesetzten Schiffe zuzuschreiben. Das Innenministerium in Rom befürchtet eine Wiederaufnahme der Flüchtlingsströme aus Libyen, die ab der zweiten Hälfte 2017 stark rückgängig waren. Laut „La Repubblica“ seien bis zu einer Million Flüchtlinge zur Abfahrt nach Europa bereit.

Rom ist auch wegen der Zusammenstöße im libyschen Zuwarah, sowie in Gars Garabulli, von der die meisten Schlauchboote in Richtung Italien abfahren, besorgt. Die Instabilität der Regierung in Tripolis, Garant der Abkommen mit Italien zur Bekämpfung der Schlepperei, bereitet dem Kabinett in Rom Sorge.

Die Hilfsorganisationen schlagen Alarm. „Die tragische Rettungsaktion am Samstag bezeugt, dass der Flüchtlingsnotstand anhält. Mehr Rettungsschiffe sind im Mittelmeer notwendig. Wir setzen unseren Einsatz fort, wir erneuern jedoch unseren Appell an Europa für konkrete Schritte, um solche Tragödien zu beenden“, so Valeria Calandra, Präsidentin von Sos Mediterranee in Italien.

apa

stol