Samstag, 19. Mai 2018

38 Prozent für hypothetische „Liste Kurz” in Deutschland

Eine hypothetische „Liste Kurz” könnte bei Bundestagswahlen in Deutschland 38 Prozent der Stimmen erreichen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts INSA (Insa) für das Nachrichtenmagazin „Focus”.

Kurz kommt vor allem bei Wählern der AfD gut an. - Foto: APA (Archiv)
Kurz kommt vor allem bei Wählern der AfD gut an. - Foto: APA (Archiv)

Kurz kommt vor allem bei Wählern der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland” (AfD) gut an. 81 Prozent der AfD-Wähler bejahten die Frage, ob sie die Liste Kurz wählen würden. 

Es handelt sich um eine Online-Umfrage unter 1.062 Befragten. Ihnen wurde folgende Entscheidungsfrage gestellt: „Wenn Sebastian Kurz in Deutschland als Kanzlerkandidat antreten würde, würden Sie dann die Partei, für die er antritt, wählen?” Von 869 Befragten, die sich in der Sonntagsfrage als aktive Wähler deklarierten, bejahten 326 diese Frage, wie INSA-Chef Hermann Binkert der APA am Freitag auf Anfrage mitteilte.

Wähler der CDU/CSU scheinen nicht so begeistert zu sein

Bei den Wählern seiner deutschen Schwesterparteien CDU/CSU steht der österreichische Kanzler nicht besonders hoch im Kurs. Lediglich 29 Prozent der Union-Wähler würden für die Liste Kurz votieren, die damit bei den FDP-Wählern (35 Prozent) besser ankommt.

Bemerkenswert ist, dass der in Deutschland vor allem durch Talkshow-Auftritte bekannte ÖVP-Chef auch 22 Prozent der SPD-Wähler und 13 Prozent der deutschen Grünen-Wähler anspricht.

„Eine 'Liste Kurz' würde in Deutschland 5,5 Prozentpunkte mehr auf sich vereinigen als CDU und CSU”, schrieb „Focus”. Laut Binkert stoße die Union auf Zustimmung bei 278 Befragten. Dies ergab die Frage „Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahlen wären, wie würden Sie wählen?”. Bei der Sonntagsfrage stand eine Liste Kurz nicht als Antwortmöglichkeit zur Verfügung.

Zweifel an Seriosität der Umfrage

„Wenn das stimmen würde, dass Deutsche eher Kurz als Merkel wählen würden, wäre das eine Top Nachricht”, sagt ein deutscher Journalist gegenüber der APA. Sein Medium zweifelt allerdings an der Seriosität der Umfrage. Die Zahlen bilden die Schlussfolgerungen nicht ab, meinte eine Redakteurin, die die Ergebnisse geprüft hat. Internationale Nachrichtenagenturen übernahmen die Umfrage nicht.

Binkert dagegen versichert, dass die Schlussfolgerungen durchaus gerechtfertigt seien. Dass es weniger mediales Echo gibt, wundert ihn nicht. Das seien eben Ergebnisse, „die man so nicht hören will”, sagte der Chef des Umfrageinstituts.

Laut der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit” war Binkert vor seiner Tätigkeit in dem Erfurter Institut CDU-Politiker in Thüringen. Er gilt manchen mittlerweile als AFD-nah, schrieb die Tageszeitung „Die Welt” - „wohl vor allem weil INSA die AfD-Trends bei vergangenen Landtagswahlen deutlicher beschrieb als andere Institute”.

apa

stol