Sonntag, 19. August 2018

45 Ermittlungsverfahren nach Neonazi-Aufmarsch

Im Zusammenhang mit einem Aufmarsch von Neonazis zum Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß hat die Berliner Polizei 45 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Rund 600 Personen nahmen am Marsch zum Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß in Berlin teil.
Rund 600 Personen nahmen am Marsch zum Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß in Berlin teil. - Foto: © APA/AFP

Dabei gehe es um Körperverletzung, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, sagte ein Polizeisprecherin am Sonntag.

Tausende Menschen hatten gegen den Aufzug protestiert. Dabei kam es auch zu Stein- und Flaschenwürfen. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 29 Menschen vorübergehend fest. Sechs Polizisten wurden verletzt.

600 Rechtsextremisten am Marsch beteiligt

Mehr als 600 Rechtsextremisten waren am Samstagnachmittag vom Stadtteil Friedrichshain nach Lichtenberg marschiert. Zuvor hatten sie ihren ursprünglich geplanten Aufmarsch in Berlin-Spandau in der Nähe des früheren Gefängnisses, in dem sich Heß am 17. August 1987 selbst tötete, abgesagt. Den Versammlungsort in Friedrichshain hatten die Neonazis kurzfristig vor dem Wochenende angemeldet.

Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Initiativen hatten zu Kundgebungen und Demonstrationen gegen die jährliche Neonazi-Veranstaltung aufgerufen. Rund 2300 Polizisten waren nach Behördenangaben im Einsatz, um Neonazis und Gegendemonstranten voneinander fernzuhalten und Gewaltausbrüche zu verhindern.

dpa

stol