Am 11. August war Michael Mühlsteiger zu seiner <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mutige-tour-in-4-tagen-alle-berge-rund-um-das-heimattal" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Gratwanderung entlang der Grenzen des Pflerschtales</a> aufgebrochen. Schaffen wollte er die Tour in 4 Tagen, geworden sind es dann 5. <BR /><BR /><BR /><BR /><b>Gratulation und Respekt für deine Leistung.</b><BR />Michael Mühlsteiger: Danke, aber ich konnte die Tour nicht wie geplant durchziehen. Ich kam stellenweise nicht durch, musste immer wieder neue Routen suchen und wurde mehrmals von Regengüssen überrascht. Am schlimmsten waren die Nächte, denn mehr als eine Stunde am Stück habe ich nie geschlafen und war immer durchnässt. So wurden aus den geplanten 4 Tagen 5. Aber ich bin sehr froh, gesund wieder hier zu sein, denn stellenweise war es mehr als haarig. So etwas werde ich nicht mehr machen. <BR /><BR /><b>Du hattest Probleme mit deinem Rucksack.</b><BR />Mühlsteiger: Ja, er ist abgestürzt, er wog ja auch über 20 Kilogramm, ich musste absteigen und ihn holen. Leider hatte er sich geöffnet und mein Gewand und alles Wichtige lag verstreut in den Felswänden, ich musste erst einmal alles suchen und einsammeln. Dabei sind mein wichtigstes Hanfseil, mein Flachmann für Notfälle, die Kamera und meine beiden Wasserflaschen zu Bruch gegangen und ich hatte über einen Tag lang nichts zu trinken. So großen Durst hatte ich noch nie in meinem ganzen Leben, ich dachte, ich werde verrückt; ich bin dann abgestiegen, habe ein Schneefeld gesucht und Schnee gegessen. Deshalb hat sich alles verzögert und ich kam, obwohl ich bis weit in die Dunkelheit hinein unterwegs war, nicht mehr zu meinem Essensdepot. <BR /><BR /><b>Du hattest erzählt, du seiest für Notfälle mit einer roten Fahne und Schweizer Kracher ausgestattet. Hast du in Erwägung gezogen, Hilfe zu holen?</b><BR />Mühlsteiger: Nein, ich glaube, das hätte ich nicht gemacht, obwohl ich es mit der roten Fahne gekonnt hätte. Die Schweizer Kracher aber waren alle nass.<BR /><BR /><b>Es ist auffällig, dass du mit einer sehr „urigen“ Bergausrüstung unterwegs warst.</b><BR />Mühlsteiger: Diese neumodische Kleidung schaut für mich am Berg blöd aus und ist nebenbei zu teuer. Ich trage eine Lederhose, ein grobes Leinenhemd, ein wollenes Leibl und eine Weste. Dazu gestrickte Wollsocken von meiner Oma und lederne Bergschuhe. Das wichtigste Utensil ist mein Eispickel. Des Weiteren hatte ich einen dicken Schlafsack, 2 Lodenmäntel (einen zum Draufliegen und einen zum Wärmen), 2 Hanfseile und 10 Nägel dabei. Das reicht in der Regel immer, außer es regnet so stark, denn dann ist alles nass.<BR /><BR /><b>Was war für dich die größte Herausforderung auf deiner Tour?</b><BR />Mühlsteiger: Gleich zu Beginn der Ostanstieg zum Tribulaun, da es schwierig war, eine Route zu finden. Nach jedem Regen war es wahnsinnig rutschig und es war sehr schwierig, Halt zu finden. Der schwierigste Berg war für mich der Schafkamm, so steile Wände und tiefe Gräben, furchtbar. Dort habe ich in einer Felskluft geschlafen, die bequemste Nacht für mich. Ich hatte endlich Platz und brauchte den Eispickel nicht, um mich gegen das Abrutschen abzustützen. Aber ich hatte auch sehr schöne Momente, einmal traf ich einen Touristen am Sandesjöchl, der mir Wasser (endlich Wasser) gegeben hat. Ein anderer Tourist auf dem Hohen Zahn hat ein Foto von mir gemacht, und meine Eltern wissen lassen, dass es mir gut geht. Mein Vater hat mir auf dem Wetterspitz Proviant hinterlegt – endlich etwas zu essen! Die Feuerwehr von Pflersch hatte für mich am Samstag alles für ein Weißwurstfrühstück auf den Wetterspitz gebracht. Leider war ich ja einen Tag zu spät dran und das tut mir so leid. Als ich am Montag nach Mittag nach Hause kam, waren alle da, meine Eltern, meine Schwester und Freunde. Die Oma hat Kitzbraten mit Blaukraut gekocht und eine Nachbarin hat Krapfen gebracht. Bis das große Unwetter am Montagabend hereinbrach, hatten wir eine sehr schöne Zeit. Ich bin dem Herrgott sehr dankbar, gesund daheim angekommen zu sein.<BR />