Freitag, 30. März 2018

5 Tote und zahlreiche Verletzte im Gazastreifen

Bei schweren Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften sind am Freitag mindestens 5 Menschen getötet worden.

Bei Auseinandersetzungen am Gazastreifen starben 5 Menschen.
Bei Auseinandersetzungen am Gazastreifen starben 5 Menschen. - Foto: © APA/AFP

Die palästinensischen Behörden im Gazastreifen machten israelische Soldaten für die tödlichen Schüsse verantwortlich. Rund 170 Menschen seien bei dem „Marsch der Rückkehr” verletzt worden. Mehr als 20.000 Menschen hatten sich zu dem Protest versammelt.

Israelische Soldaten hatten gezielt auf Rädelsführer geschossen, wie die Armee mitteilte. In der Nacht auf Freitag wurde nach palästinensischen Angaben ein weiterer Palästinenser an der Grenze von israelischen Soldaten erschossen.

Die israelische Armee sprach von Protesten an sechs verschiedenen Orten im Gazastreifen. Palästinenser würden brennende Reifen in Richtung der israelischen Soldaten rollen und Steine werfen, hieß es in einer Mitteilung. Die Soldaten würden gezielt auf Anstifter schießen. „Die Hamas-Terrororganisation gefährdet das Leben von Zivilisten”, schrieb die Armee. Sie sei verantwortlich für die gewaltsamen Proteste.

Proteste bis zum 15. Mai

Die radikal-islamische Hamas wollte mit der Aktion ihren Anspruch auf ein „Recht auf Rückkehr” für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab.

Fotos zeigten zahlreiche Zelte im Grenzgebiet, Menschen schwenkten palästinensische Flaggen. Demonstranten verbrannten Bilder von US-Präsident Donald Trump. Die USA hatten im Dezember einseitig Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt und damit den Zorn der Palästinenser auf sich gezogen.

Die Proteste sollen bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700.000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es am 30. März zu Protesten in den Palästinensergebieten. Am „Tag des Bodens” gedenken die Palästinenser stets massiver Landenteignungen und sechs israelischer Araber, die am 30. März 1976 in dem Ort Sakhnin von der israelischen Polizei getötet wurden. Sie hatten gegen die Beschlagnahmung arabischen Bodens protestiert.

apa/dpa/ag.

stol