Was 1976 mit einem Hallenbad als mutiges Projekt einer lokalen Privatinitiative begann, hat sich über fünf Jahrzehnte zu einer modernen Sport-, Freizeit-, Wellness- und Gesundheitseinrichtung entwickelt.<BR /><BR /> Heute zählt das Mar Dolomit mehr als 110.000 Besucherinnen und Besucher jährlich und ist damit eine der meistbesuchten Indoor-Freizeiteinrichtungen des Tales. Die Geschichte des Mar Dolomit ist zugleich eine Geschichte von unternehmerischem Mut, kontinuierlicher Weiterentwicklung und einer außergewöhnlichen Beteiligung der lokalen Bevölkerung.<BR /><BR /><embed id="dtext86-76817482_gallery" /><h3> Vom kleinen Freibad zum modernen Hallenbad</h3>Bereits 1956 verfügte St. Ulrich in der Fraktion Überwasser und somit im Gemeindegebiet Kastelruth über ein kleines Freibad. Anfang der 1970er-Jahre entstand – nicht zuletzt aufgrund der steigenden Nachfrage von Gästen, insbesondere aus Deutschland – der Wunsch nach einem modernen Hallenbad.<BR /><BR />Die damalige Kurverwaltung bzw. der Verschönerungsverein griff diese Idee auf. Am 23. Juli 1973 wurde die Sportanlagen St. Ulrich AG gegründet, mit dem Ziel, das Hallenbad zu verwirklichen und gleichzeitig das bestehende Freibad weiterzuentwickeln.<BR /><BR />Eine besondere Bedeutung hatte dabei die Finanzierung: Da öffentliche Mittel nicht zur Verfügung standen, wurde das Projekt vollständig über private Initiative getragen. Rund 450 Familien aus St. Ulrich und der näheren Umgebung zeichneten Aktien im Gesamtwert von damals 1 Milliarde Lire.<BR /><BR />Im Herbst 1974 begannen die Bauarbeiten. Bereits im Sommer 1976 war das Projekt fertiggestellt. Am 17. Juni 1976 wurde das neue Hallenbad offiziell eröffnet.<BR /><BR />Damit entstand eine Einrichtung, die von Anfang an nicht nur der einheimischen Bevölkerung, sondern auch den Gästen und den umliegenden Gemeinden zugutekommen sollte.<h3> Kontinuierliche Weiterentwicklung</h3>Seit seiner Eröffnung wurde das Mar Dolomit immer wieder erweitert, modernisiert und an die sich verändernden Bedürfnisse der Bevölkerung und des Tourismus angepasst.<BR /><BR />1984 erfolgte eine Erweiterung nach Osten mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Saunabereich. Die Investition wurde unter anderem durch ein zinsbegünstigtes Darlehen des Landes finanziert, das aus den laufenden Betriebsüberschüssen zurückbezahlt werden konnte.<BR /><BR />1996 wurde der ursprüngliche Saunatrakt grundlegend erneuert. Die Finanzierung erfolgte über eine Kapitalerhöhung. Eine der wichtigsten Entwicklungsphasen war die Grundsanierung und Erweiterung im Jahr 2002. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs, unter anderem durch das neu entstandene Hallenbad in Brixen, sollte die Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit der Anlage langfristig gesichert werden. Rund 4,8 Millionen Euro wurden investiert.<BR /><BR />Finanziert wurde diese große Maßnahme durch Eigenmittel, Landesbeiträge, eine Kapitalerhöhung sowie ein 15-jähriges Darlehen des Credito Sportivo, das 2017 vollständig zurückbezahlt wurde. Mit dieser Investition vollzog sich auch eine wichtige inhaltliche Entwicklung: Aus dem ursprünglichen Sportbad wurde zunehmend ein Familien- und Erlebnisbad. Die Besucherzahlen entwickelten sich entsprechend positiv.<BR /><BR />Weitere wichtige Maßnahmen folgten:<BR /><b>2011:</b> neue Dampfsauna und Erweiterung des Ruhebereichs durch eine Empore<BR /><b>2017:</b> barrierefreier Zugang, neues Kassensystem und Sanierung der Umkleidebereiche<BR /><b>2019 bis 2025:</b> verschiedene Umbauten und Sanierungsmaßnahmen, darunter der Austausch von Fenstern und die Sanierung des Restaurants<BR /><b>2026:</b> umfassende Gesamtsanierung und Erweiterung des Saunabereichs sowie die Errichtung einer neuen Elektrokabine und einer neuen großen Wasserrutsche<h3> Investition in die Zukunft</h3>Die jüngste Investition beläuft sich auf rund 3,7 Millionen Euro. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die Steigerung der Attraktivität, sondern auch die barrierefreie Erschließung, energetische Verbesserungen, die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und die weitere Stärkung der sozialen und touristischen Bedeutung der Einrichtung.<BR /><BR />Der neugestaltete Wellnessbereich verfügt nun über zehn unterschiedliche Saunen, verschiedene Ruhe- und Relaxbereiche, ein kleines Entspannungsbecken sowie ein Kaltwasserbecken.<BR />Auch das Angebot im Hallenbad wurde weiterentwickelt. Dazu gehören unter anderem ein 25-Meter-Sportbecken, zwei Kinderbecken mit Rutschen, ein Schwimm- und Sprudelbecken, ein Sole-Außenheißbecken mit Strömungskanal, Sprudelliegen und Massagedüsen, Whirlpools, eine Dampfsauna, erweiterte Ruhebereiche und eine neue große Wasserrutsche.<BR /><BR />Damit richtet sich das Mar Dolomit an ein breites Publikum: von Kleinkindern und Familien über Jugendliche und Sportler bis hin zu Erwachsenen und Menschen mit Behinderung.<h3> Eine Einrichtung für Einheimische und Gäste</h3>Die Bedeutung des Mar Dolomit geht weit über den touristischen Bereich hinaus. Seit fast fünf Jahrzehnten wird die Anlage von Schulen für den Schwimmunterricht genutzt. Für die Schulen von St. Ulrich ist die Nutzung insbesondere unentgeltlich. Das Einzugsgebiet reicht weit über Gröden hinaus und umfasst auch Teile des Schlerngebietes und des unteren Eisacktales. Auch für den Schwimmsport hat das Mar Dolomit eine zentrale Bedeutung. Der Schwimmclub Gröden nutzt die Anlage mit derzeit fast 80 Athletinnen und Athleten und einem umfangreichen Angebot an Schwimmkursen.<BR /><BR />Besonders wichtig ist, dass die Infrastruktur fast elf Monate im Jahr geöffnet ist und damit auch eine hohe soziale und gesellschaftspolitische Bedeutung für das Tal und darüber hinaus hat.<BR /><BR />Gleichzeitig ist das Mar Dolomit eine wichtige touristische Infrastruktur. Heute kommen jährlich mehr als 110.000 Besucher, davon rund 60 bis 65 Prozent Gäste. Seit der Eröffnung wurden insgesamt rund 4,1 Millionen Besucher gezählt.<BR /><BR />Für zahlreiche kleinere und mittlere Beherbergungsbetriebe ist das Hallenbad zudem ein wichtiges touristisches Zusatzangebot. Derzeit nehmen rund 130 Betriebe mit insgesamt etwa 2.200 Betten an den entsprechenden Konventionierungen teil.<BR /><BR />Privatwirtschaftlich getragen – mit großer öffentlicher Bedeutung<BR />Das Grundstück wurde 1976 vom damaligen Tourismusverein an die Sportanlagen St. Ulrich AG übertragen. Die urbanistische Einstufung erfolgte als Zone für öffentliche Einrichtungen mit Privatinitiative. Im Jahr 2004 wurde ein Teil des Unternehmens abgespalten und die Sportanlagen GmbH gegründet, die in der Folge den Bade- und Wellnessbetrieb übernahm. Die Gesellschaft trägt heute die Bezeichnung Mar Dolomit Schwimmbad GmbH. Die Vereinbarung über die Führung der Struktur gemäß Art. 16 des Landesgesetzes vom 11. August 1997, Nr. 13, wurde im Jahr 2023 mit der Gemeinde Kastelruth erneuert.<BR /><BR />Eine Besonderheit des Mar Dolomit bleibt dabei die wirtschaftliche Entwicklung: Über Jahrzehnte wurden Investitionen und laufende Betriebskosten durch Eintrittseinnahmen, Kapitalerhöhungen und Beiträge finanziert. Durch konsequente Kostenoptimierung konnte der Betrieb Jahr für Jahr aufrechterhalten und weiterentwickelt werden.<BR />Eine Dividendenausschüttung an die Aktionäre war hingegen in den vergangenen 50 Jahren nie möglich – und dürfte angesichts der hohen laufenden Kosten einer solchen Infrastruktur auch in Zukunft unrealistisch bleiben. Bis 2022 musste die Struktur de facto ohne öffentliche Unterstützung auskommen. Seit vier Jahren erhält das Mar Dolomit einen wichtigen Energiekostenzuschuss des Landes der hilft die Führungskosten zu decken.<h3> 50 Jahre Verantwortung und Blick nach vorne</h3>Der Präsident der Sportanlagen St. Ulrich AG, Karl Mahlknecht , unterstreicht: „Das Mar Dolomit steht heute beispielhaft für eine Einrichtung, die aus einer lokalen Privatinitiative entstanden ist und sich über fünf Jahrzehnte kontinuierlich weiterentwickelt hat. Es verbindet Sport, Schwimmausbildung, Gesundheit, Freizeit, Wellness und Tourismus und erfüllt gleichzeitig eine wichtige soziale Funktion für die Bevölkerung. Mit der 2026 abgeschlossenen umfassenden Sanierung wurden die Voraussetzungen geschaffen, um diese Aufgabe auch in den kommenden Jahrzehnten erfüllen zu können.“<BR /><BR />50 Jahre Mar Dolomit sind damit nicht nur ein Anlass zum Rückblick, sondern vor allem ein Blick nach vorne: auf eine Einrichtung, die fest in der Bevölkerung verankert ist und auch künftig ein wichtiger Bestandteil des Lebens in Gröden bleiben soll.