Vor allem viele jüngere Menschen träumen von der frühen finanziellen Unabhängigkeit, die ihnen schon um die 40 den Ausstieg aus dem Berufsleben möglich macht. <BR /><BR /><b>Mit 40 schon im Ruhestand: Wie soll das funktionieren?</b><BR />Mit der staatlichen Rente jedenfalls nicht! Denn die gibt es erst weit jenseits der 60 und mit den vorgeschriebenen Beitragsjahren. Der Ruhestand funktioniert also nur mit einer selbst organisierten, privaten Pension in Form von Ersparnissen. Wie viel Geld jemand für den frühen Ausstieg aus dem Berufsleben auf die Seite legen muss, das hat der inzwischen pensionierte amerikanische Finanzberater William Bengen (75) mit einer Formel errechnet. Er selbst ist übrigens schon seit langem im Pension und will damit beweisen, dass seine Berechnungen tatsächlich stimmen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="768431_image" /></div> <BR /><b>Wie lautet die „Bengen-Formel“?</b><BR />Diese Formel ist auch als 4-Prozent-Regel bekannt. Bengen hat errechnet, dass jemand dann aus dem Berufsleben aussteigen kann, wenn er das 25-Fache seiner jährlichen Ausgaben auf die Seite gelegt hat; anschließend kann er den vorzeitigen Ruhestand genießen, wenn er pro Jahr nicht mehr als 4 Prozent seines finanziellen Polsters aufbraucht. <BR /><BR /><b>Was bedeutet das an einem konkreten Beispiel?</b><BR />Angenommen, jemand ist 25 Jahre jung und gibt jeden Monat rund 1500 Euro aus; das macht im Jahr ungefähr 18.000 Euro an Lebenshaltungskosten. Nach der „Bengen-Formel“ muss er das 25-Fache dieses Betrags beisammen haben, um aus dem Arbeitsleben auszusteigen – das wären also mindestens 450.000 Euro. <BR />Nach der 4-Prozent-Regel ist dieser Mann also mit 40 Jahren nicht mehr auf Beruf und Einkommen angewiesen, sondern er kann jährlich 4 Prozent von seinem angesparten Vermögen ausgeben – also wiederum 1500 Euro für 25 Jahre. Mit 65 Jahren hat er dann das Pensionsalter erreicht und er kann von der staatlichen Pension leben (wenn er dafür auch genügend eingezahlt hat).<BR /><BR /><b>Für wen ist diese Formel geeignet?</b><BR />Um monatlich 1500 Euro auf die Seite legen zu können, muss jemand ein ansehnliches Einkommen haben – und das haben junge Menschen, die mit dem Sparen anfangen sollten, meist nicht. Natürlich ist es möglich, die Lebenshaltungskosten stark zu drücken und zum Beispiel auf den Kauf eines eigenen Autos zu verzichten. Aber ob das Sparen nicht dann doch richtig weh tut?<BR />Zudem sollten die ersparten Scheine nicht unter der Matratze deponiert werden, sondern es wird eine kluge Geldanlage empfohlen, die zumindest die jährliche Entwertung (Inflation) ausgleicht und das Kapital möglichst vermehrt. <BR /><BR /><b>Wo ist der Haken an der Sache?</b><BR />Einmal ist es – wie schon erwähnt – sicher schwierig, schon in jungen Jahren so viel Geld zu verdienen, dass jemand jeden Monat einen ansehnlichen Betrag auf die Seite legen kann. Dazu würden viele konsequent und hart sparen müssen, mit Verzicht zum Beispiel auf Reisen, Urlaub, Auto oder die Eigentumswohnung, was die Lebensqualität sicher mindert. Die Frage ist: Will ich in jungen Jahren schon ständig ans Alter denken und dafür Monat für Monat Einschränkungen in Kauf nehmen?<BR />Zudem geht die Formel davon aus, dass jedes Jahr 4 Prozent angespart und später Jahr für Jahr 4 Prozent ausgegeben werden. Das klingt oft einfacher als es ist, weil zum Beispiel unvorhersehbare Ereignisse wie ein Jobverlust oder eine Krankheit diesen Finanzplan ganz schnell durchkreuzen können. Daher ist es sicher sinnvoll, sich auch eine Art Notfallfonds anzulegen oder die finanzielle Unabhängigkeit etwas zu verschieben – es muss ja nicht mit 40 klappen!<BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />