Montag, 04. Januar 2016

Abbruch der Beziehungen: Saudis lassen Streit mit Iran eskalieren

Den Angriff auf ihre Botschaft in Teheran empfinden die Saudis als „schwerwiegenden Bruch internationaler Konventionen“ – und brechen die diplomatischen Beziehungen zu ihrem Erzrivalen ab.

Iran und Saudi Arabien sind Erzrivalen.
Iran und Saudi Arabien sind Erzrivalen. - Foto: © shutterstock

Saudi-Arabien hat mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit dem Iran das Verhältnis zu seinem Erzrivalen weiter eskalieren lassen. In dem Streit um die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen kündigte Außenminister Adel al-Dschubair am Sonntagabend der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge an, das Königreich habe sein Botschaftspersonal aus Teheran abgezogen.

In 48 Stunden Land verlassen

Iran Diplomaten hätten 48 Stunden Zeit, das Königreich zu verlassen.

Der Iran bezeichnete die Entscheidung Saudi-Arabiens als „voreilig“. „Die Saudis haben schon in der Vergangenheit mit solchen voreiligen und irrationalen Entscheidungen Instabilität in der Region verursacht“, sagte Vizeaußenminister Hussein Amirabdullahian am Sonntag.
Riad könne aber mit dieser Initiative nicht von der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr ablenken, so der Vizeminister nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim.

USA zurückhaltend

Die US-Regierung äußerte sich zurückhaltend. Die USA glaubten, dass „diplomatisches Engagement von grundlegender Bedeutung“ sei, zitierte der Sender CNN den Sprecher des Washingtoner Außenministeriums, John Kirby. Die USA würden weiterhin die Führungsparteien in der Region dazu aufrufen, „positive Schritte“ zur Entspannung der Lage zu unternehmen.
Einen ähnlichen Appell hatten die USA bereits am Samstag veröffentlicht.

Massenhinrichtung: Schiitischer Geistlicher getötet

Saudi-Arabien hatte im Zuge einer Massenhinrichtung von 47 Menschen wegen Terrorismusvorwürfen am Samstag – nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch die größte Hinrichtung im Königreich seit 1980 – auch den bekannten schiitischen Kleriker Nimr al-Nimr exekutiert (STOL hat berichtet). 

dpa

stol