Freitag, 29. Juni 2018

Abdeslam bricht erstmals Schweigen zu Anschlägen von Paris

Der mutmaßliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam hat nach Medienangaben erstmals sein Schweigen über die Anschläge vom November 2015 gebrochen. Der Sender RTL berichtete am Freitag, der inhaftierte Islamist habe die Attentate mit 130 Toten mit der Notwendigkeit zur Selbstverteidigung der Muslime begründet.

Abdeslam ist sicher, dass solange der Militäreinsatz der Franzosen in Syrien andauert, kein Franzose vor der Wut der Islamisten sicher ist. - Foto: Twitter
Abdeslam ist sicher, dass solange der Militäreinsatz der Franzosen in Syrien andauert, kein Franzose vor der Wut der Islamisten sicher ist. - Foto: Twitter

Laut RTL sagte Abdeslam bei einer richterlichen Anhörung: „Wir greifen euch nicht an, weil ihr Schweinefleisch esst, Wein trinkt oder Musik hört, sondern die Muslime verteidigen sich gegen diejenigen, die sie angreifen.“ Mit Blick auf die französischen Luftangriffe in Syrien warf der 28-Jährige Präsident Emmanuel Macron demnach vor, „das Blut der Muslime zu vergießen“. Solange der Militäreinsatz andauere, sei kein Franzose vor der Wut der Islamisten sicher.

Statt Anwalt ist Allah verantwortlich

Einen Anwalt lehnte Abdeslam demnach erneut ab. Es sei nur Allah verantwortlich. Der Franzose mit marokkanischen Wurzeln gilt als der einzige Überlebende der islamistischen Kommandos, die am 13. November 2015 in Paris ein Blutbad in der Konzerthalle Bataclan sowie auf den Terrassen von Bars und Restaurants anrichteten. Zudem sprengten sich Selbstmordattentäter während des Spiels Deutschland gegen Frankreich vor dem Fußballstadion Stade de France in die Luft.

In Belgien war Abdeslam wegen Schüssen auf belgische Polizisten während seiner Flucht im April zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Für seinen Prozess in Frankreich gibt es noch keinen Termin.

apa/afp

stol