Mittwoch, 07. Januar 2015

Acht Journalisten und zwei Polizisten unter den Toten

Attacke in Paris: Die Staatsanwaltschaft spricht von elf Verletzten; die Fahndung nach den Tätern läuft auf Hochtouren.

Die Flaggen am Elysee-Palast in Paris waren am Mittwoch auf Halbmast und trugen einen Trauerflor.
Die Flaggen am Elysee-Palast in Paris waren am Mittwoch auf Halbmast und trugen einen Trauerflor. - Foto: © APA/EPA

Unter den zwölf Toten des Anschlags auf die Satire-Zeitung „Charlie Hebdo“ in Paris sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft acht Journalisten und zwei Polizisten. Auch ein Gast und ein Mitarbeiter am Empfang seien erschossen worden, sagte Staatsanwalt Francois Molins am Mittwochabend in Paris.

Elf Menschen wurden demnach verletzt, vier mehr als zunächst vermutet. Von ihnen seien vier schwer verletzt. Nach den Tätern wird intensiv gefahndet.

Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft waren mindestens zwei Angreifer am Mittwoch gegen 11.30 Uhr vor dem Sitz von „Charlie Hebdo“ im elften Arrondissement im Zentrum von Paris vorgefahren. Sie seien schwarz gekleidet, vermummt und mit Kalaschnikows bewaffnet gewesen.

Attentäter stürmten Redaktionskonferenz 

Zunächst hätten sie am Empfang von „Charlie Hebdo“ das Feuer eröffnet, dann seien sie in den zweiten Stock gegangen, wo ein Redaktionskonferenz stattfand. Dort hätten sie zehn Menschen erschossen – acht Journalisten, einen Gast sowie einen Polizisten, der zur Bewachung von „Charlie Hebdo“-Chef Charb abgestellt war.

Neben Charb wurden auch die Zeichner Wolinski, Cabu und Tignous getötet. Dem Staatsanwalt zufolge sagten Zeugen, die Täter hätten „Allah Akbar“ (Gott ist groß) gerufen und dass sie den Propheten rächen wollten. Die Satire-Zeitung hat sich über Jahre mit Mohammed-Karikaturen den Zorn von Islamisten zugezogen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft flüchteten die Täter dann in ihrem Auto. Es kam zu zwei Schusswechseln mit Polizeipatrouillen, bei denen zunächst niemand verletzt wurde. Dann sei ein Stück weiter ein Polizist verletzt worden, den die Angreifer am Boden liegend erschossen hätten, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Auf ihrer Flucht Richtung Norden hätten sie ein Auto gerammt und die Fahrerin verletzt. Dann hätten sie das Fahrzeug eines anderen Autofahrers übernommen.

Die Polizei fahndet nun unter Hochdruck nach den Tätern. Ein Zeugenaufruf wurde an die Bevölkerung herausgegeben. Für Paris wurde zudem die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

apa/afp

stol