Donnerstag, 12. März 2015

Adoption: Pflegefamilien bevorzugt

Pflegefamilien sollen bei einer Adoption in Zukunft bevorzugt behandelt werden. Alleinstehende hingegen haben weiterhin keine Chance auf eine Adoption.

Symbolfoto
Symbolfoto - Foto: © shutterstock

"In Italien gibt es circa 15.000 Waisenkinder. Pflegefamilien werden oft mit der bitteren Realität konfrontiert, dass ihnen das Kind, welches sie in Obhut haben und schon so gut wie ein Familienmitglied ist, aufgrund der Adoption durch andere Eltern weggenommen wird", betont Senator Hans Berger. 

Dies werde sich nun mit der Gesetzesvorlage, die am Mittwochabend vom Senat einstimmig in erster Lesung angenommen wurde, ändern. "Pflegefamilien werden endlich eine Vorzugsschiene bei der Adoption der Pflegekinder erhalten. Positiv ist weiters, dass unter bestimmten Bedingungen eine Mitbestimmung des Pflegekindes vorgesehen wird".

Berger begrüßt diese Gesetzesvorlage, "denn sie verfolgt das Ziel, dem Wohl des schwächsten Glied der Gesellschaft, nämlich dem hilflosen und alleingelassenen Kind, zu dienen".

Kein Adoptionsrecht für Singles 

PD-Senatorin Francesca Puglisi zog hingegen einen umstrittenen Änderungsantrag zurück, mit dem sie auch Singles das Recht  gewähren wollte, Kinder zu adoptieren. Puglisi verzichtete auf ihren  Antrag unter dem Druck einer heterogenen Front katholisch inspirierter  Parlamentarier in ihrer Demokratischen Partei. Ihr Beschluss wurde vom Forum der Familienverbände begrüßt. 

Am Fundament des Adoptionsrechts dürfe man nicht rütteln, meinte das Forum. Dieses sieht vor, dass nur verheiratete Paare mit einem angemessenen Abstandsalter zum adoptierenden Kind die Fürsorge für einen Minderjährigen erhalten könne.

"Mehr Mut hätte ich mir jedoch von den Entscheidungsträgern bestimmter Parteien erwartet und zwar was die Möglichkeit der Adoption durch alleinstehende Elternteile betrifft. Bedauerlicherweise haben sich viele gegen diesen Antrag, der von der Berichterstatterin vorgelegt worden war, gestemmt. Der Widerstand gegen diesen Vorschlag war überraschend heftig und leider unüberwindbar", so Berger.

stol

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