Donnerstag, 04. Mai 2017

Äthiopien: UN-Experte fordert Untersuchung nach tödlichen Unruhen

UN-Menschenrechtskommissar Zeid Raad al-Hussein will die jüngsten Unruhen in Äthiopien mit fast 700 Toten unabhängig vor Ort untersuchen.

Foto: © APA/EPA

Bislang hat die Regierung internationale Experten nicht in das betroffene Gebiet gelassen. Deshalb forderte Al-Hussein am Donnerstag in Addis Abeba, den Mitarbeitern der Vereinten Nationen müsse Zugang gewährt werden.Angesichts der „extrem hohen Zahl“ von 26.000 Festnahmen im Rahmen der Oppositionsproteste in der Region Oromia sei es „unwahrscheinlich“, dass alles nach Recht und Gesetz verlaufen sei, erklärte er.

Die äthiopische Menschenrechtskommission, die nicht unabhängig von der Regierung ist, hatte im April von mindestens 669 Toten bei der Unterdrückung der Proteste seit Anfang vergangenen Jahres gesprochen.

Amnesty International hatte zuvor von 800 Toten gesprochen.

Äthiopien hat wegen der anhaltenden Demonstrationen in der Region rund um die Hauptstadt Addis Abeba den Ausnahmezustand verhängt.

Die Proteste wurden ursprünglich von Plänen zur Erweiterung der Hauptstadt zu Lasten der Region Oromia ausgelöst, entwickelten sich aber rasch zu einem Ventil einer größeren Unzufriedenheit mit der Regierung.

Äthiopiens Regierungspartei kontrolliert alle Sitze im Parlament, es herrscht keine Meinungsfreiheit.

apa/dpa

stol