Dienstag, 17. Juli 2018

Afghanistan: 45 Menschen befreit

Spezialkräfte haben im Süden Afghanistans 45 Menschen aus einem Gefängnis der radikalislamischen Taliban befreit. Unter den ihnen seien 15 Polizisten, vier Armeeangehörige, zwei Ärzte und eine Gruppe örtlicher Einwohner, sagte der Sprecher der Eliteeinheit, Javid Salim, am Dienstag.

Helmand ist eine der meistumkämpften Provinzen im Süden Afghanistans.
Helmand ist eine der meistumkämpften Provinzen im Süden Afghanistans. - Foto: © shutterstock

Weitere Details zu dem Einsatz im Bezirk Musa Qala in der umkämpften Provinz Helmand gab es zunächst nicht. Die Gefangenen waren den Angaben zufolge aus unterschiedlichen Gründen eingesessen. Ihnen sei unter anderem Spionage für die afghanischen Streitkräfte vorgeworfen worden, sagte Salim. Die Befreiten kamen nach seinen Worten zunächst in eine Militäreinrichtung. Noch am Dienstag sollten sie mit ihren Familien wieder vereint werden.

Helmand ist eine der meistumkämpften Provinzen im Süden Afghanistans. Mehr als 80 Prozent des Gebiets haben die Taliban unter ihrer Kontrolle.

Auch in anderen Provinzen gingen die Kämpfe weiter. In der nördlichen Provinz Kunduz griffen Taliban in der Nacht Militärposten an und töteten mindestens 9 Sicherheitskräfte, wie ein Provinzratsmitglied mitteilte. Dutzende weitere seien bei den Kämpfen verwundet worden. Seit dem Ende der NATO-Kampfmission Ende 2014 greifen die Taliban verstärkt an. Sie hatten von 1996 bis zur US-geführten Intervention 2001 weite Teile Afghanistans unter ihrer Kontrolle.

apa/dpa

stol