Freitag, 03. Februar 2017

Akademikerball: Demo ohne Zwischenfälle beendet

Die Demonstration gegen den von der FPÖ ausgerichteten Akademikerball in der Wiener Hofburg ist am Freitagabend ohne Zwischenfälle beendet worden. Laut Polizei marschierten gegen 19.00 Uhr rund 2.800 Personen durch die Innenstadt, die Veranstalter zählten rund 4.000 Teilnehmer. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies dennoch eine deutliche Reduktion.

Friedliche Proteste gegen Akademikerball.
Friedliche Proteste gegen Akademikerball. - Foto: © APA

Trotz des Zustroms zum Protestzug der „Offensive gegen Rechts“ (OGR) in den Abendstunden dürfte die Demonstration kleiner als in den Jahren zuvor ausgefallen sein. Im Vorjahr zählte die Polizei zu Beginn rund 3.000, später etwa 5.000 Teilnehmer; die Veranstalter sprachen damals von rund 8000 Demonstranten.

Starke Kritik an FPÖ

Die Teilnehmer - ausgerüstet mit Trommeln, Fahnen und Transparenten - kritisierten zu Beginn der Kundgebung nicht nur den Akademikerball selbst, sondern auch die Regierung und insbesondere Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) wegen dessen Forderung nach einer Einschränkung des Demonstrationsrechtes. Auf Transparenten war unter anderem zu lesen: „FPÖ raus, Flüchtlinge rein“, „Kämpfen gegen FPÖ und Abschiebungen, gemeinsam für Jobs und höhere Löhne“. Ein Demonstrant im Rollstuhl hatte eine Tafel mitgebracht, auf der zu lesen war: „Kein Nazi in der Hofburg“.

Kein schwarzer Block dabei

Auffallend war, dass anders als bei Demonstrationen gegen den Akademikerball in früheren Jahren zunächst kein sogenannter „schwarzer Block“ von potenziell gewaltbereiten Teilnehmern im Demonstrationszug sichtbar war. Bereits im Vorfeld war man allgemein davon ausgegangen, dass der Protest friedlicher als in früheren Jahren verlaufen dürfe. Gegen 19.15 Uhr war der Demonstrationszug am Stephansplatz angekommen, wo die Schlusskundgebung stattfand und die Demo schließlich beendet wurde.

Seit 2013 organisiert die FPÖ den Ball

Die Kritik an dem von der FPÖ ausgerichtete Akademikerball führt seit Jahren zu Protesten, in der Vergangenheit kam es dabei auch zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und auch zu Sachbeschädigungen. Von Kritikern wird der Ball als Vernetzungstreffen der europaweiten rechten Szene gesehen.

Im Jahr 2012 hatte die Hofburg BetriebsgesmbH nach massiven Protesten gegen den Ball entschieden, die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Wiener Korporationsring (WKR) nicht mehr zuzulassen. Daraufhin wurde der Ball in „Wiener Akademikerball“ umbenannt und wird seit 2013 nicht mehr vom WKR, sondern von der Wiener FPÖ ausgerichtet.

Ball wird um 21 Uhr eröffnet

Besucht wird der umstrittene Ball alljährlich auch von prominenten Vertreter der Freiheitlichen. Auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat sich für heuer erneut angesagt, er wird laut Auskunft seines Büros Begrüßungsworte sprechen. Gegen 19.15 Uhr bei der Hofburg bereits eingetroffen waren Ex-FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat und Dritter Präsident des Nationalrates, Norbert Hofer, Burgenlands Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz sowie der ehemalige Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (alle FPÖ).

Die Eröffnung des Balls war für 21.00 Uhr angesetzt.

Rund um die Hofburg ist seit 17 Uhr ein polizeiliches Platzverbot in Kraft. Gesperrt ist unter anderem die Ringstraße vom Schwarzenbergplatz bis zur Hofburg Höhe Volksgarten. Auch weitere temporäre Sperren sind möglich, die Polizei empfahl im Vorfeld, weiträumig auszuweichen.

apa

stol