Samstag, 10. Dezember 2016

Aktivisten: Regierungskräfte setzen in Aleppo Chlorgas ein

Aktivisten und Einwohner der Rebellengebiete Aleppos werfen syrischen Regierungskräften den Einsatz von Chlorgas vor.

Foto: © APA/EPA

Ein Augenzeuge berichtete der Deutschen Presse-Agentur am Samstag von einem Angriff am Vorabend in dem Viertel Al-Kallasah. „Das Gas hat sich schnell ausgebreitet“, sagte der Mann mit dem Namen Mohammed. „Wir konnten nichts mehr sehen und hatten Tränen in den Augen.“ Das Gas sei intensiver gewesen als bei früheren Angriffen.

Auch Aktivisten erklärten, sie hätten in dem Viertel Chlorgas gerochen. Bilder und Filme im Internet zeigten, wie Menschen mit Atemproblemen behandelt wurden und Sauerstoffmasken brauchten. Der oppositionelle TV-Sender Halab Today meldete, Hubschrauber hätten Bomben mit Chlorgas abgeworfen.

Eine unabhängige Bestätigung für die Vorwürfe gab es nicht. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, es habe Erstickungsanfälle in Aleppos Rebellengebieten gegeben. Es sei aber unklar, ob es sich um Chlorgas gehandelt habe.

Einem Ende August veröffentlichten UN-Expertenbericht zufolge hatte Syriens Regierung im April 2014 und im März 2015 in der Provinz Idlib im Nordwesten des Landes Chlorgas eingesetzt. Bereits im August 2013 waren bei einem Giftgasangriff im Umland von Damaskus rund 1400 Menschen getötet worden. Das Regime stimmte danach zu, seine Chemiewaffen abzugeben. Chlorgas fällt jedoch nicht unter die verbotenen Chemiewaffen, da es für zivile Zwecke benutzt werden darf.

dpa

stol