Nein: ein Übertragungsfehler vom Südtiroler ins gesamtstaatliche Register – aber leider nur eines von unzähligen Problemen. <BR /><BR />Der Umstieg auf die gesamtstaatliche digitale Viehdatenbank „Vetinfo“ brachte Südtirols Bauern in den vergangenen Wochen an den Rand der Verzweiflung. Und die Mitarbeiter des Beratungsringes für Berglandwirtschaft (Bring) um ihren Schlaf. Denn neben „wiederauferstandenen“ Schafen sorgte auch die rein italienische Plattform an sich, die zudem noch auf Südtiroler Besonderheiten nicht ausgerichtet ist, für Kopfzerbrechen. Tierbesitzer, die keine Meldung machen können, fehlende Delegierungen, fehlende Kodexe ...: Noch nie war der Weg auf die Alm für Schafe, Rinder und Co. so nervenaufreibend für die Landwirte wie heuer. <BR /><BR />Woran das liegt, erklärt Bring-Geschäftsführer Christian Plitzner: Bislang wurden Südtirols Nutztiere zunächst über die regionale Datenbank registriert. Egal ob Zucht, Schlachtungen, Verkäufe oder Almauf- bzw. -abtrieb: Alle Daten landeten zunächst dort – und wurden dann in die gesamtstaatliche Datenbank überspielt. „Immer wieder ist es dabei zu Schwierigkeiten bei der Übermittlung der Daten gekommen“, weiß Plitzner. Bis man im vergangenen Jahr entschied, die regionale Datenbank abzuschaffen und alles direkt auf die gesamtstaatliche einzugeben. Die hat ihren physischen Sitz in Teramo, und die Plattform ist rein italienisch aufgebaut. „Die Mitarbeiter des landestierärztlichen Dienstes haben versucht, alles zeitnah zu übersetzen. Aber auf der Plattform wird laufend was geändert, dadurch hinkt man dauernd hinterher“, so Plitzner. <BR /><BR /> Und auf der anderen Seite müssten die Mitarbeiter in Teramo Anfragen und Änderungsvorschläge vom ganzen Staatsgebiet bearbeiten, „daher ist die Bearbeitungsgeschwindigkeit für uns Südtiroler nicht immer zufriedenstellend“, sagt Plitzner. <BR />Und diese Kombination führte zu einer ganzen Flut an Stolpersteinen für Südtirols Landwirte. Größtes Problem: die Delegierung der Datenverwaltung an die Tierzuchtverbände, die nun auch die Tierbewegungen ihrer Versteigerungen über das Vetinfo-Portal verwalten müssen. <BR />Und auch die bisher übliche Sammelmeldung des jeweiligen Almpräsidenten für alle aufgetriebenen Tiere war nicht mehr möglich. Also selber melden. Doch schon wer sich beim Einloggen als „Tierbesitzer“ outete, kam anschließend keinen Schritt mehr weiter. „Tierbesitzer und Tierhalter sind zwar bei uns meistens die gleiche Person, das System unterscheidet aber. Und Tierbewegungen kann nur der Halter eingeben, außer er delegiert an die Tierbesitzer“, erklärt Plitzner. <BR /><BR />Nächste Hürde: die Almen. Die Präsidenten der Alminteressentschaften und Fraktionen mussten erst angelegt werden und einige sind bis heute noch nicht angelegt. Daher haben einige noch immer keinen Zugang – und können so keine Tierbewegungen eingeben. Die verzweifelten Bauern wussten nicht mehr ein noch aus. Doch die Tiere mussten auf die Alm und den digitalen Nachweis braucht es für Flächenprämien etc. Die Almen ihrerseits brauchen den Nachweis für den Mindestbesatz. Die Liste ließe sich fortsetzen ...<BR /><BR />Beim Bring hatte man von Mitte Mai bis vergangenen Freitag täglich an die 150 Anrufe verzweifelter Bauern und noch jede Menge Hilfesuchende im Büro – und das trotz Webinar und Schritt-für-Schritt-Erläuterungen.<BR /> „Aber ich denke, wir haben jetzt bis auf ein paar wenige Tiere alle ,auf die Alm„ gebracht“, freut sich ein erleichterter Plitzner. Und bis zum Almabtrieb ist ja noch ein Weilchen hin ...