Dienstag, 20. September 2016

Aleppo: Luftangriffe auf Hilfskonvoi - USA stellen Waffenruhe in Frage

Nach den Luftangriffen auf einen Hilfskonvoi nahe der belagerten Stadt Aleppo hat sich auch die US-Regierung skeptisch über die Chancen geäußert, die mit Russland ausgehandelte Waffenruhe für Syrien noch retten zu können. Bei der Attacke starben 14 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, 18 Lastwagen wurden zerstört.

In Aleppo wird die Lage für die Bevölkerung nach dem Angriff auf den Hilfskonvoi immer verzweifelter.
In Aleppo wird die Lage für die Bevölkerung nach dem Angriff auf den Hilfskonvoi immer verzweifelter. - Foto: © APA/AFP

Die Ereignisse vom Montag hätten erhebliche Zweifel aufgeworfen ob Russland seinen Teil der Vereinbarung einhalten könne, sagte ein ranghoher Vertreter der US-Regierung.

Nun liege es an Russland rasch Klarheit darüber zu schaffen, ob es sich den getroffenen Vereinbarungen zur Befriedung des Landes noch verpflichtet fühle, sagte ein anderes ranghohes Mitglied der Regierung von Präsident Barack Obama vor Journalisten. Es sei unklar, ob russische oder syrische Kampfflugzeuge für die Angriffe auf die Hilfskonvois verantwortlich seien, bei denen nach Angaben des internationalen Roten Kreuzes 14 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet wurden.

Es handle sich um eine abscheuliche Attacke, so ein US-Regierungsvertreter. Auch der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, zeigte sich schockiert von dem Angriff, bei dem nach UN-Angaben mindestens 18 der 31 Lastwagen, die im Auftrag der UN und des syrisch-arabischen Roten Halbmonds unterwegs waren, zerstört wurden. „Unsere Wut über diesen Angriff ist enorm. Der Konvoi war das Ergebnis eines langen Verhandlungsprozesses mit dem Ziel, eingeschlossenen Menschen zu helfen“, erklärte eine Sprecherin de Misturas.

Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow wollten sich am Dienstag in New York mit anderen Mitgliedern der Unterstützergruppe für Syrien (ISSG) treffen.

apa/reuters/dpa

stol