Samstag, 23. Februar 2019

Alex Vinatzer: Wolkenstein feiert seinen Helden

Die Bronzemedaille im Team-Rennen bei der Ski-WM im schwedischen Åre war eine unerwartete, aber umso emotionalere Medaille für das italienische Ski-Team. Möglich wurde dieser Erfolg auch durch die starke Leistung von Alex Vinatzer. Dies wurde am Donnerstagabend am Nivesplatz in Wolkenstein ordentlich gefeiert. Das Tagblatt „Dolomiten“ hat ihn zum Interview gebeten.

Die alte und die neue Medaillen-Generation in Wolkenstein: (von links) Carletto Senoner, Alex Vinatzer und Peter Runggaldier. - Foto: Tourismusverein Wolkenstein/Diego Moroder
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Die alte und die neue Medaillen-Generation in Wolkenstein: (von links) Carletto Senoner, Alex Vinatzer und Peter Runggaldier. - Foto: Tourismusverein Wolkenstein/Diego Moroder

Die ganze Talgemeinschaft ließ es sich nicht nehmen, den erst 19 Jahre alten Skirennläufer gebührend zu empfangen. Begleitet von der Musikkapelle Wolkenstein, von den beiden Skischulen Wolkensteins, vom Skiclub Gröden und vielen weiteren Vereinen wurde der Gefeierte zusammen mit seiner Familie von Bürgermeister Roland Demetz und dem Gemeindeausschuss zum Nivesplatz eskortiert. Moderatorin Ellis Kasslatter unterstrich in 4 Sprachen Vinatzers große Leistung und die Freude der ganzen Talgemeinschaft.

„Du, Alex, hast es geschafft“

Bürgermeister Roland Demetz betonte die Leistung des jungen Wolkensteiner Sportlers: „Seit jeher hoffte ich, dass irgendwann einmal ein junger Athlet des Skiclubs Grödens es ganz nach oben schaffen wird und du, Alex, hast es wahrhaftig geschafft. Ein Kompliment geht an Dich für deinen Fleiß und Ehrgeiz, aber ganz besonders an Deine Eltern“, rief Demetz. 

Sportassessor Ivo Insam fand für Vinatzers Leistung nur lobende Worte, während auf der Leinwand der emotionsgeladene Durchgang des Teamwettbewerbs gezeigt wurde. Mehrmals unterstrichen wurde die Wichtigkeit und die gute Jugendarbeit der Skischulen und des Ski-Clubs Gröden, wo Vinatzer seine Anfänge hatte.

Vinatzer schreibt Sportgeschichte

Alex Vinatzer ist der dritte Sportler in der Geschichte alpinen Ski-Weltmeisterschaften, der eine Medaille nach Wolkenstein heimbringt. Vor ihm hatten das nur Carletto Senoner (Slalom-Gold bei der Ski-WM 1966 in Portillo/Chile) und Peter Runggaldier geschafft (Silber in der Abfahrt 1991 in Saalbach-Hinterglemm/Österreich). Vinatzer hat somit Sportgeschichte geschrieben. Senoner und Runggaldier, die an der Feier teilnahmen, lobten Vinatzers Leistung und wünschten ihm viel Glück für die Zukunft. Bürgermeister Demetz überreichte Vinatzer ein Ehrendiplom.

„Das ist unglaublich“

Alex Vinatzer selbst zeigte sich über die Lobesworte und die vielen Gratulanten überrascht und erfreut. „Was in den letzten Jahren alles passiert ist, das ist unglaublich“, sagte er: „Erster Start bei einem Weltcup-Rennen, Nominierung und Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang und heuer die Nominierung und Teilnahme an der Ski-WM – und dies alles noch gekrönt mit der Bronze-Medaille!“ Mehrmals unterstrichen wurde auch Vinatzers Leistung beim WM-Slalom, wo er nach einem etwas verkorksten ersten Lauf im zweiten Lauf die Bestzeit erzielte: „Du hast Athleten wie Hirscher & Co. geschlagen.“

Das Tagblatt „Dolomiten“ hat mit dem erfolgreichen Sportler gesprochen.

„D“: Haben Sie schon realisiert, was da in den letzten Tagen passiert ist?
Alex Vinatzer: Nein, noch nicht ganz, aber von Tag zu Tag begreife ich immer mehr, dass ich wirklich etwas Besonderes geleistet habe. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.

„D“: Es wird gesagt, Sie seien eines der größten Skitalente der Zukunft. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?
Vinatzer: Wenn ich am Start bin, konzentriere ich mich auf das Rennen; was über mich gesagt wird, ehrt mich zwar, ich denke aber nicht daran. Ich will mir absolut keinen Druck machen und werde versuchen, in den nächsten Rennen anzugreifen und mein Bestes geben. Mein Ziel ist es, weiter gut zu trainieren und mich kontinuierlich zu verbessern.

„D“: Sie haben mit 3 Jahren angefangen, Ski zu fahren, und nun haben Sie eine WM-Bronzemedaille: Wie kam es dazu?
Vinatzer: Ich möchte mich in erster Linie bei meiner Familie bedanken, die mich immer unterstützt und motiviert hat. Ein besonderer Dank gilt auch der Skischule Wolkenstein und dem Skiclub Gröden und all meinen Trainern, die mich immer unterstützt haben und mir noch immer helfen, das Beste aus mir herauszuholen.

„D“: Wenn Sie sich etwas von der Gemeindeverwaltung Wolkenstein wünschen könnten, was wäre das?
Vinatzer: Es wäre toll, wenn es in Gröden eine eigens für das Training vereiste Piste gäbe, die Skirennfahrern zur Verfügung stünde. Dadurch könnte ich vielleicht noch einige Hundertstel aus mir herausholen.

D/pas

stol