Donnerstag, 18. Februar 2016

Alfano warnt vor EU-Zusammenbruch wegen Migrantenkrise

Italiens Innenminister Angelino Alfano kritisiert Österreichs Beschluss, Grenzkontrollen einzuführen.

Angelino Alfano
Angelino Alfano - Foto: © LaPresse

„Wir bereiten uns auf jedes mögliche Szenario vor. Es ist jedoch offenkundig, dass wir hier in Brüssel daran arbeiten, zu verhindern, dass Europa gegen eine Mauer prallt“, sagte Alfano in Brüssel am Donnerstag.

„Die EU droht wegen der Flüchtlingsproblematik auseinanderzugehen. Sie hat zu spät begriffen, was die Lösung sein könnte“, sagte Alfano. Eine Revision des Dubliner Systems sei dringend notwendig, denn es sei veraltet und entspreche nicht mehr den Bedürfnissen des heutigen Europas.

„Einige Länder sind aus verschiedenen Gründen erschrocken oder verängstigt. Wir müssen die externen Grenzen schützen, die Syrien-Krise lösen und die Türkei unterstützen, so dass nicht alle Flüchtlinge nach Europa gelangen. Das ist eine sehr komplexe Strategie, das nur ein vereintes Europa umsetzen kann“, erklärte der Innenminister.

Die ausländerfeindliche Oppositionspartei Lega Nord kritisierte indes Roms Pläne, Unterkünfte für weitere 50.000 Flüchtlinge aufzutreiben, die im Laufe dieses Jahres über das Mittelmeer eintreffen könnten.

„Während die anderen EU-Ländern ihre Grenzen schließen, will Alfano auf Kosten der italienischen Steuerzahler weitere 50.000 illegale Migranten aufnehmen. Damit wird die Zahl der Migranten, die Italien versorgt, auf 150.000 wachsen. Das ist eine zusätzliche Belastung, die unerträglich ist“, so der Spitzenpolitiker der Lega Nord, Roberto Calderoli.

apa/dpa

stol