Donnerstag, 28. April 2016

Alfano zu Grenzkontrollen am Brenner: „Rausgeschmissenes Geld“

Italiens Innenminister Angelino Alfano hat die Vorbereitungen für Grenzkontrollen am Brenner als „rausgeschmissenes Geld“ kritisiert.

Angelino Alfano bei seinem Treffen mit Wolfgang Sobotka.
Angelino Alfano bei seinem Treffen mit Wolfgang Sobotka. - Foto: © LaPresse

„Die österreichische Seite muss vernünftig sein, um diese Blockade zu verhindern, die einen enormen Schaden für den Tourismus beider Länder, für den Import und Export und für den Verkehr bedeuten würde“, forderte Alfano nach einem Treffen mit seinem österreichischen Amtskollegen Wolfgang Sobotka am Donnerstag in Rom.

Österreich hatte zuvor erklärt, dass Grenzkontrollen am Brenner, dem wichtigsten italienisch-österreichischen Grenzübergang, abhängig vom Flüchtlingsandrang jederzeit starten könnten.

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Wolfgang Sobotka und Angelino Alfano in Rom. - Foto: LaPresse

Österreich erwartet von Italien, dass es ankommende Migranten nicht ungehindert in Richtung Norden weiterreisen lässt. Alfano kündigte nun an, Italien werde in Zukunft mehr Personal einsetzen, um die Migrationsströme in Richtung Brenner auf den Straßen und in den Zügen stärker zu kontrollieren (STOL hat berichtet).

Die italienische Regierung kritisiert die Pläne Österreichs seit Tagen scharf. Regierungschef Matteo Renzi erklärte am Donnerstag, das Schließen von Grenzen sei „fernab jeder Realität“. Alfano sagte dem TV-Sender SkyTG24, mögliche Grenzkontrollen am Brenner gingen „gegen die Logik, gegen die Geschichte und gegen den Verstand“.

dpa

stol