Freitag, 23. Februar 2018

„Alles fing damit an, dass mich eine Freundin mit zum Klettern nahm “

Veronika Schrott ist geprüfte Bergführerin in Südtirol. Im Gespräch erzählt die 41-Jährige gegenüber STOL, was ihren Beruf so besonders macht und gibt Tipps zum richtigen Verhalten in den Bergen.

Veronika Schrott bei ihrer Arbeit als Bergführerin. - Foto: Alpinschule Catores
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Veronika Schrott bei ihrer Arbeit als Bergführerin. - Foto: Alpinschule Catores

„Ich war eigentlich immer eine Freizeit-Wandererin“, erzählt sie auf die Frage, wie sie zu diesem Beruf kam. „Doch vor 20 Jahren nahm mich dann eine Freundin zum Klettern mit und daraus entstand eine Leidenschaft.“

Die aus St. Ulrich in Gröden stammende Bergführerin hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht – sie hat in Trient die Bergführerprüfung abgelegt und sich in Südtirol registrieren lassen. „Man muss sich in Südtirol ebenfalls registrieren lassen, wie auch bei einem Studientitel zum Beispiel. Ansonsten könnte ich zwar als Gastarbeiterin tätig sein, aber nicht als Bergführerin, die für einen Südtiroler Verband arbeitet.“

- Foto: Alpinschule Catores

3 Jahre Prüfung im gesamten Alpenraum

Eine solche Bergführer-Prüfung dauert 3 Jahre und beinhaltet Disziplinen für den Sommer und für den Winter: So wurde Schrott in den Sommermonaten in Feldklettern und Hochtouren geprüft, im Winter in Skitouren und Eisklettern, erzählt sie gegenüber STOL. Dabei war sie im gesamten Alpenraum unterwegs. Heute gehört sie der Alpinschule Catores von St.Ulrich an.

Was gilt nun in den Bergen generell zu beachten? „Aufpassen“, warnt die Bergführerin, „und nie alleine gehen.“ Außerdem seien eine umfangreiche Information über das Gebiet, die Beschaffenheit und das Wetter sehr wichtig. Selbst wenn man nicht besonders erfahren sei, würde eine gute Vorbereitung einiges wettmachen. Nicht zuletzt braucht es aber auch die nötige Ausrüstung.

Im Allgemeinen beobachtet die 41-Jährige, dass sich viele Bergsteiger überschätzen und dies ein häufiger Grund für Unfälle sei.

„Beim Klettern liebe ich die Freiheit hoch oben in der Luft“

Auf die Frage, was denn nun ihre Lieblingsdisziplin sei am Bergführen, zögert sie nicht lange: Das Feldklettern in den Dolomiten. „Hier stimmt einfach alles – vielseitige Bewegungen, man ist immer zu zweit unterwegs, und das an einem der schönsten Orte der Welt. Außerdem liebe ich die Freiheit, in der Luft zu sein und natürlich am Ende das Gipfelerlebnis.“ Schwindelfrei war sie schon immer.

Nun ist Veronika Schrott etwas zurückgetreten. Sie hat 2 kleine Kinder und genießt diese, so lange sie kann. Hin und wieder macht Schrott noch Touren, aber momentan ist sie in erster Linie Mutter. Bald will sie jedoch wieder ganz zurückkehren – auf jeden Fall, versichert sie.

stol/ape  

stol