Die Sensibilisierungskampagne der Autonomen Provinz Bozen, Funktionsbereich Tourismus, dem Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols und der Landesberufskammer der Skilehrer Südtirols in Zusammenarbeit mit den Skischulen, den Skigebieten, dem Verein „Sicher Rodeln“, dem Verband der Berg- und Skiführer Südtirols, des Bergrettungsdienstes im AVS und der Berufsgemeinschaft der Sportgerätetechniker im LVH ist auch in diesem Winter wieder in verschiedenen Skigebieten Südtirols unterwegs.Es erwartet alle Winterbegeisterten wieder jede Menge Spaß und Informationen zum Thema Sicherheit.So helfen Sie richtig!„Prävention ist die beste Erste Hilfe“, sagt Flugkoordinator Oskar Zorzi. Dennoch geht es im Rahmen der Kampagne „Ich habe Spaß, GANZ SICHER“ auch darum, was jeder einzelne tun kann, wenn es zu Unfällen kommt.Die Kampagne für mehr Sicherheit auf und außerhalb der Piste, die von der Sonntagszeitung Zett unterstützt wird, macht am Sonntag in Schnals Halt. Die Experten sprechen dabei unter anderem über Erste Hilfe.Ist der Wintersport denn eine so gefährliche Freizeitbeschäftigung?Oskar Zorzi, Flugkoordinator bei der Flugrettung: Viele Dinge, wie Pistenpräparierung oder -absicherung sind besser geworden. Die Pisten selbst sind aber fast Autobahnen und verleiten dazu, schneller zu fahren.Liegt darin die Hauptursache von Unfällen?Der Großteil der Unfälle passiert aus Selbstüberschätzung, Mangel an Können und Übermüdung. Zu Beginn der Saison stellt man sich auf die Skier und glaubt, so zu fahren, wie im Jahr zuvor.Wann passieren die meisten Unfälle?Einerseits in der Früh: Da ist der Körper noch nicht warm und eingefahren. Dann nach dem Mittagessen, da die Verdauung einen großen Teil der Energie braucht. Ich würde empfehlen, etwas Leichtverdauliches zu essen. Und zu guter Letzt, kommt es ab halb vier zu Unfällen. Man möchte noch einmal die ganze Abfahrt machen, aber die Piste ist abgerutscht und hügelig und man hat die Skier nicht mehr so unter Kontrolle.Wenn es kracht, bin ich dazu verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten, oder?Jeder ist dazu verpflichtet, aber im Rahmen dessen, was ich in der Lage bin zu tun, was ich gelernt und zur Verfügung habe.Was sind die ersten Schritte, wenn wirklich etwas passiert ist?Es gilt, die Piste abzusichern, indem ich einige Meter bergwärts die Skier mit den Kanten talwärts kreuze. Dann kommt das Ansprechen. Ich schaue: Wie reagiert der Mensch, ist er verwirrt, was sagt er zum Unfallhergang.Wie startet dann die Rettungskette?Ist man in der Nähe eines Liftes, schlage ich dort Alarm. Wenn ich allein bin, bleibe ich beim Verunfallten. Ich rufe die Landesnotrufzentrale 118 an und gebe an, an welchem Ort und Streckenabschnitt ich mich befinde, um wie viele Verletzte und welche Art von Verletzungen es sich handelt.Was gilt es im Umgang mit dem Verletzten zu beachten?Ich muss dem Verunfallten helfen, sich in eine Position zu bringen, in der er sich am wohlsten fühlt. Ist er nicht bei Bewusstsein, ist die lebensrettende Maßnahme die stabile Seitenlage. Ganz wichtig ist: Jeder Verunfallte unterkühlt schnell. Am idealsten wäre eine Isofolie, ansonsten kann ich mit der restlichen Bekleidung behilflich sein. Auf keinen Fall soll man Skischuhe oder Helm ausziehen, da sonst sehr viel Wärme verloren geht.Die folgenden Rettungsmaßnahmen ...Dann heißt es: Abwarten, bis die Rettung kommt und man eine Art Übergabe macht. Die Rettung entscheidet dann, ob sie Mittel wie Akia oder Motorschlitten einsetzt oder ob ein Rettungshubschrauber zum Einsatz kommt. (Zett/ker)Mehr Informationen zum Skigebiet Schnalstal gibt es hier.