Samstag, 20. Juni 2015

Amokfahrt: Politik, Kirche und Sport drückten Betroffenheit aus

„Stehen wir auch in diesen schweren Stunden zusammen.“ So der Appell von Bischof Wilhelm Krautwaschl angesichts der Amokfahrt in der Grazer Innenstadt. Betroffenen Reaktionen gab es auch von politischer und sportlicher Seite.

Betroffenheit herrscht auch bei den rettern.
Betroffenheit herrscht auch bei den rettern. - Foto: © APA

Bundespräsident Heinz Fischer ist „zutiefst geschockt“ über die „Wahnsinnstat, die sich heute Nachmittag in Graz ereignet hat“, heißt es in einem Schreiben an Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP), das der APA vorliegt.

Auch der steirische Landeshauptmann-Stellvertreter und Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer (SPÖ) hat am Samstag via Aussendung seiner Betroffenheit Ausdruck verliehen.

Krisenstab eingerichtet

In einer ersten Stellungnahme verurteilte Schützenhöfer das Geschehene als „abscheuliche Tat“, für derartiges gebe es „weder eine Erklärung noch eine Entschuldigung“. Ein Krisenstab wurde eingerichtet.

Schickhofer teilte mit, dass in der Landeswarnzentrale die Einsatzaktivitäten koordiniert werden. „Jetzt stehen die Betroffenen, die sofortige Versorgung und die Sicherheit im Mittelpunkt.“

Der Täter sei gefasst, die Hintergründe seien von der Polizei zu ermitteln, „die im Bedarfsfall auch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen hat“.

Man kann keine Worte finden

Bischof Wilhelm Krautwaschl meinte, man könne keine Worte finden für das, was in der Innenstadt von Graz passiert ist. „Unsere Gedanken und Gebete gelten jenen, die von diesem Anschlag betroffen sind und jenen, die helfend vor Ort sind.“

Betroffenheit im Fahrerlager

Die Grazer Amokfahrt am Samstag (STOL hat berichtet) hat auch bei der nur eine Autostunde entfernten Formel 1 auf dem Red Bull Ring für Betroffenheit gesorgt.

Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko, gebürtiger Grazer, sagte: „Das wirft einen Schatten über ganz Österreich, wenn so etwas passiert, hat aber nichts mit der Formel 1 zu tun.“

Direkt neben der Amokfahrt fand auf dem Grazer Hauptplatz in der Landeshauptstadt allerdings der sogenannte „Graz Prix“ statt, eine stimmungsmachende Veranstaltung für den Grand Prix.

Red Bull Ring als Rettungscamp

Diese Einrichtungen wurden laut dem Onlineportal www.kleinezeitung.at am Samstag dann als Rettungscamp benutzt.

In Spielberg findet am Sonntag der achte Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2015 stattfindet. Bei der Motorsport-Großveranstaltung im Murtal werden insgesamt über 100.000 Besucher erwartet.

In Spielberg selbst waren zunächst keine Programmänderungen geplant.

Christoph Ammann, Sicherheits-Chef beim Grand Prix in Spielberg, meinte: „Man glaubt eigentlich, dass sowas nur in Amerika passiert. Aber leider kann das überall passieren. Und wahrscheinlich, wenn jemand so etwas plant: Verhindern kann man es nicht. Da kann man sich auch nicht darauf vorbereiten“, sagte der Steirer.

Hat nichts mit der Formel 1 zu tun

Solche Vorfälle seien laut Amman nirgendwo zu verhindern. „Wenn jemand so etwas hier in Spielberg bei der Zufahrt machen würde, kannst du nichts machen. Es fahren tausende Autos dort. Gott sei Dank sind solche Dinge Einzelgeschichten.“

Auch wenn die Amokfahrt nichts mit der Formel 1 in Spielberg zu tun habe, sei die Betroffenheit aber natürlich tief, betonte Ammann. „Weil es sehr nahe zu Graz ist. Es ist eine tragische Geschichte.“

Sturm Graz sagte Testspiel ab

Das am Samstag angesetzt gewesene Testspiel von Sturm Graz gegen den FC Holzhacker in Ries-Kainbach ist abgesagt worden. Der Fußball-Bundesligist entschloss sich dazu aufgrund der Amokfahrt in der Grazer Innenstadt.

„Die Gedanken der Schwarz-Weißen sind bei den Angehörigen der Opfer und bei den Menschen, die ihnen nahestanden“, verlauteten die Grazer in einer Aussendung.

apa

stol