Freitag, 25. August 2017

Angolas regierende MPLA gewinnt Parlamentswahl

Angolas Regierungspartei MPLA hat die Nachfolge des knapp 38 Jahre lang regierenden Präsidenten Eduardo dos Santos (74) gesichert.

Präsidentschaftskandidat Joao Lourenco bei seiner Stimmabgabe.
Präsidentschaftskandidat Joao Lourenco bei seiner Stimmabgabe. - Foto: © APA/AFP

Bei dem Urnengang in dem südwestafrikanischen Staat errang sie vergangenen Mittwoch laut vorläufigem Endergebnis 61,11 Prozent der Stimmen. Das teilte die Wahlleitung am Freitag auf ihrer Website mit.

Trotz Wahlsieg Stimmenverluste

Damit ist der Weg für Verteidigungsminister Joao Lourenco in den Präsidentenpalast frei. Die frühere Befreiungsbewegung blieb allerdings hinter ihrem Wahlergebnis von 2012 zurück, als sie noch auf 71,84 Prozent der Stimmen gekommen war.

Ihr alter Rivale Unita kommt als Zweitplatzierter auf 26,7 Prozent (2012: 18,6), vor dem Bündnis Casa-CE mit 9,4 (2012: 6) Prozent. Nach den Angaben lag die Beteiligung bei 76,5 Prozent der neun Millionen Wahlberechtigten.

Amt für Lorenco frei

Dos Santos wird damit sein Amt wie geplant an Lourenco (63) abgeben – in Angola bestimmt die Partei, die eine Mehrheit der 220 Sitze gewinnt, den Präsidenten. Der 74-Jährige dos Santos war seit dem 20. September 1979 Präsident der früheren portugiesischen Kolonie – und damit einer der dienstältesten Staatschefs Afrikas.

Auf Lourenco wird die schwierige Aufgabe zukommen, das an Rohstoffen reiche Land aus einer schweren Wirtschaftskrise zu führen. Sie war dem Verfall des Ölpreises geschuldet – Angola gilt als Afrikas zweitgrößter Ölproduzent.

Neue Hoffnungen bei Bevölkerung geweckt

Obwohl sich dos Santos weiterhin großen Einfluss gesichert hat, sind mit dem Wechsel im Präsidentenamt große Hoffnungen der Bevölkerung verknüpft. Nach Angaben der Weltbank ist der Wohlstand in dem auch an Diamanten reichen Staat sehr ungleich verteilt: Ein Drittel der knapp 30 Millionen Einwohner lebt von weniger als zwei Dollar pro Tag.

Die Bevölkerung ist zudem noch immer traumatisiert von einem blutigen, 27 Jahre dauernden Bürgerkrieg, der den Aufbau des Landes behinderte.

apa/dpa

stol