Dienstag, 30. Mai 2017

Anhörung im Mordfall Kim Jong Nam bei strengster Bewachung

Die beiden Verdächtigen im Mordfall Kim Yong Nam sind zum zweiten Mal vor einem Gericht in Malaysia erschienen. Die aus Vietnam und Indonesien stammenden Frauen wurden am Dienstag in schusssicheren Westen in das Gerichtsgebäude in Kuala Lumpur gebracht.

Eine der beiden Angeklagten wird in Kuala Lumpur von 2 Politessen ins Gerichtsgebäude geführt.
Eine der beiden Angeklagten wird in Kuala Lumpur von 2 Politessen ins Gerichtsgebäude geführt. - Foto: © APA/AFP

Den 2 Frauen wird zur Last gelegt, dem Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Mitte Februar das tödliche Nervengas VX ins Gesicht gesprüht zu haben. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe.

Kim Jong Nam, der die letzten Jahre außerhalb seiner Heimat verbracht hatte, war am 13. Februar auf dem Flughafen von Kuala Lumpur Opfer eines Gift-Attentats geworden. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Der ältere Halbbruder des amtierenden Machthabers hatte sich mehrfach kritisch über Nordkorea geäußert. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

Täterinnen behaupten ausgetrickst worden zu sein 

Die 29 Jahre alte Vietnamesin Doan Thi Huong und ihre mutmaßliche indonesische Mittäterin Siti Aishah (25) hatten in ersten Vernehmungen behauptet, ausgetrickst worden zu sein. Angeblich dachten sie, für eine Art „Versteckte Kamera“ angeheuert worden zu sein.

Der Fall, der für schwere Verstimmungen zwischen Malaysia und Nordkorea gesorgt hatte, soll künftig vor dem Obersten Gericht Malaysias weiterverhandelt werden. Der Prozess findet unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Eine erste Sitzung Mitte April war nach wenigen Minuten vertagt worden.

dpa

stol