Samstag, 20. Februar 2016

Ankara kündigt verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an

Nach dem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara mit 28 Toten hat die Regierung landesweit verschärfte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Es solle einen Anti-Terror-„Aktionsplan“ geben, sagte Regierungschef Ahmet Davutoglu am Samstag nach einer rund fünfstündigen Sitzung mit Vertretern der Sicherheitsbehörden in Ankara.

28 Menschen starben beim Anschlag in Ankara.
28 Menschen starben beim Anschlag in Ankara. - Foto: © LaPresse

Die Zahl der Sicherheitskräfte soll demnach erhöht werden, zudem rief Davutoglu die Türken zur Zusammenarbeit mit der Polizei auf. Bei dem Anschlag auf den Militärkonvoi mitten im Zentrum der türkischen Hauptstadt waren am Mittwochabend 28 Menschen getötet und 81 weitere verletzt worden. Die kurdische Gruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK), die sich von der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) abgespalten hatte, bekannte sich zu der Tat (STOL hat berichtet).

Anschlag war wohl Racheakt

Dies sei ein Racheakt für das türkische Vorgehen in der Stadt Cizre im Südosten des Landes gewesen, wo bei einem Einsatz der türkischen Armee gegen kurdische Rebellen mindestens 145 Menschen getötet worden waren. Die Gruppe drohte mit weiteren Attentaten, vor allem auf touristische Ziele.

Nach Angaben der TAK wurde das Attentat in Ankara von einem jungen Mann aus der Provinz Van im Osten der Türkei verübt. Die islamisch-konservative Regierung in Ankara hatte zuvor einen syrischen Kurden als Attentäter genannt, der mit Unterstützung der PKK gehandelt habe. Er gehörte demnach den syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) an, dem militärischen Arm der Kurdenpartei Demokratische Union (PYD).

USA und andere Länder riefen Türkei zur Mäßigung auf

Die Türkei beschießt derzeit Stellungen der YPG im Norden Syriens, während die Kurden dort vorrücken. Die USA, die die YPG auch militärisch unterstützen, und weitere Länder hatten die Türkei zur Zurückhaltung aufgerufen. Die syrischen Kurden bestritten jedwede Verwicklung in den Anschlag von Ankara.

Davutoglu wies nun die TAK-Erklärung zu dem Anschlag zurück. Er bekräftigte, dass die Attacke auf den Militärkonvoi von PKK und YPG zusammen verübt worden sei. Der Regierungschef hob hervor: „Es ist sehr klar ermittelt worden, dass dieser Terroranschlag das Werk von PKK-YPG ist.“ Bisher wurden demnach 22 Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen.

apa/afp

stol