Freitag, 23. Februar 2018

Ankara setzt sich im Erdgasstreit vor Zypern durch

Im Streit zwischen der Türkei und Zypern um geplante Erdgasforschungen im Südosten der Mittelmeerinsel hat sich Ankara durchgesetzt: Das vom italienischen Energiekonzern ENI gecharterte Bohrschiff „Saipem 12.000” hat am Freitagmorgen seine Position in der Nähe eines Forschungsgebietes im Südosten der Hafenstadt Larnaka in Richtung Westen verlassen.

Im Streit zwischen der Türkei und Zypern um geplante Erdgasforschungen im Südosten der Mittelmeerinsel hat sich Ankara durchgesetzt.
Im Streit zwischen der Türkei und Zypern um geplante Erdgasforschungen im Südosten der Mittelmeerinsel hat sich Ankara durchgesetzt. - Foto: © shutterstock

Dies berichtete das zypriotische Staatsradio (RIK). Ankara hatte mit Kriegsschiffen in den vergangenen zwei Wochen dieses Forschungsschiff daran gehindert, Bohrungen auf der Suche nach Erdgas zu starten.

Ankara argumentiert, durch Bohrungen nach Erdgas ohne Zustimmung der türkischen Zyprioten würden deren Rechte missachtet. Die türkische Marine werde künftig neue solche Forschungen verbieten.

Nikosia will nun nach Aussagen des zypriotischen Außenministers Ioannis Kasoulides die weitere Annäherung der Türkei an die EU blockieren. Zyperns Präsident Nikos Anastasiades will am Freitag beim EU-Gipfel die anderen Regierungschefs über die Lage informieren.

Die kleine Inselrepublik ist nach einem griechischen Putsch und dem Einmarsch des türkischen Militärs seit 1974 geteilt. Unter dem Meeresboden südlich der Insel werden reiche Erdgasvorkommen vermutet.

apa/dpa

stol