Samstag, 04. Juni 2016

Appell an Obama: „Kein weiterer Truppenabzug aus Afghanistan“

Eine Reihe hochrangiger ehemaliger US-Kommandanten und US-Botschafter in Afghanistan hat sich gegen einen weiteren Truppenabzug aus dem Land ausgesprochen. Sie baten Präsident Barack Obama in einem Offenen Brief, die Zahl der Soldaten in Afghanistan bei etwa 10.000 einzufrieren und nicht weiter zu reduzieren.

Afghanistan sei ein wichtiger Ort für die Bekämpfung globaler Extremismusbewegungen, heißt es in dem offenen Brief an US-Präsident Obama. - Archivbild.
Afghanistan sei ein wichtiger Ort für die Bekämpfung globaler Extremismusbewegungen, heißt es in dem offenen Brief an US-Präsident Obama. - Archivbild. - Foto: © LaPresse

Auch die Mittel für Entwicklungshilfe und diplomatische Anstrengungen sollten beibehalten werden. Das Schreiben wurde in der Nacht auf Samstag veröffentlicht. Darin heißt es, ein solches Vorgehen würde es Obamas Nachfolger erlauben, die Situation selbst einzuschätzen.

Die Terrororganisation Al-Kaida, ihre Alliierten sowie die Terrormiliz „Islamischer Staat“ seien weiterhin aktiv in Afghanistan, heißt es in dem Brief weiter. Afghanistan bleibe deshalb ein wichtiger Ort für die Bekämpfung globaler Extremistenbewegungen.

Tut sich Machtvakuum auf, könnte Einfluss von Extremisten steigen

Sollte sich ein Machtvakuum auftun, könnte sich der Einfluss der Extremisten ausweiten. Falls Afghanistan in das Chaos der 1990er Jahre zurückfiele, würden Millionen Menschen ins Ausland fliehen. Die Herausforderungen in Europa würden dramatisch zunehmen.

Unter den Absendern sind die Generäle und ehemaligen Kommandanten der 2014 beendeten NATO-Kampfmission John Campbell, Stanley McChrystal und David Petraeus sowie die Diplomaten Ryan Crocker, Zalmay Khalilzad und Ronald Neumann.

apa/dpa

stol