Dienstag, 01. März 2016

Apple muss iPhone von San-Bernardino-Killer nicht knacken

Die US-Regierung hat einen Rückschlag bei dem Versuch erlitten, den Technologie-Konzern Apple zur Entsperrung von iPhones zu zwingen.

	Die beiden Attentäter von San Bernardino: Syed Farook und Tashfeen Malik
Die beiden Attentäter von San Bernardino: Syed Farook und Tashfeen Malik - Foto: © APA/AFP

Ein Bundesrichter im New Yorker Bezirk Brooklyn wies den Antrag der Regierung zurück, das Unternehmen per Gerichtsbeschluss zur Entschlüsselung eines Apple-Smartphones zu zwingen, das in einem Drogenverfahren eine wichtige Rolle spielt.

Dies geht aus Gerichtsunterlagen hervor, die am Montag bekannt wurden.

Die Regierung hatte den Zugriff auf das iPhone bereits im Oktober beantragt, Monate vor der Kontroverse um die Zugangscodes für das iPhone der islamistischen Attentäter von San Bernadino.

„Es geht nicht um ein einzelnes iPhone“

In diesem Fall hatte Apple vor wenigen Tagen offiziell Einspruch gegen die Anordnung eingelegt, das iPhone eines Täters entsperren zu müssen. Der kalifornische Technologie-Riese argumentiert, dass ein solcher Zwang beispiellos sei und im ersten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung verbriefte Rechte verletze.

Apple beruft sich dabei mit Blick auf die Entwicklung seiner Rechner-Codes auf die Redefreiheit, die in den USA besonderes Gewicht hat und auch für Firmen gilt. „In dem Fall geht es nicht um ein einzelnes iPhone“, erklärte Apple. Auch andere Unternehmen wie Twitter, Facebook und Google unterstützen Apple.

US-Justizministerin Loretta Lynch zeigte sich trotz der Gerichtsentscheidung zuversichtlich, dass Apple im Fall des San-Bernardino-Attentäters einer iPhone-Entsperrung zustimmen werde.

apa/reuters

stol