Mittwoch, 22. April 2015

Armenien warnt vor Gefahr neuer Völkermorde

Vor dem „Genozid“-Gedenktag in Armenien hat Präsident Sersch Sargsjan vor der Gefahr neuer Völkermorde gewarnt.

Foto: © APA/EPA

„Eine der größten Herausforderungen für die Menschheit sind wachsender Extremismus und Intoleranz im Nahen Osten“, sagte Sargsjan bei einem internationalen Forum am Mittwoch in der Hauptstadt Eriwan.

Im Irak und in Syrien, wo die Terrormiliz Islamischer Staat Angst und Schrecken verbreitee, habe die Gewalt gegen Minderheiten zugenommen.

Die Armenier gedenken an diesem Freitag der Massaker an ihren Vorfahren im Osmanischen Reich vor 100 Jahren. Damals wurden nach Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Menschen getötet. Die Südkaukasusrepublik verurteilt die Taten als Genozid.

Die Türkei, Nachfolgerin des Osmanischen Reiches, lehnt diesen Begriff ab. Sie hält die Zahl für übertrieben und argumentiert, sowohl Armenier als auch Türken seien damals in einem Bürgerkrieg getötet worden.

Die Führung in Eriwan fordert seit Jahren, dass Ankara die Gräueltaten als Genozid anerkennt. „Für die Nachkommen der Täter ist die Erinnerung der beste Weg, der eigenen Geschichte ins Gesicht zu sehen“, sagte Sargsjan.

Der Chef des Europarates, Thorbjørn Jagland, rief Türken und Armenier bei dem Forum mit rund 600 Teilnehmern auf, den Streit beizulegen. Der Europarat sei bereit zu vermitteln.

dpa

stol