Samstag, 19. August 2017

Attentäter womöglich auf der Flucht nach Frankreich

Laut Angaben der katalanischen Polizei ist der Hauptverdächtige der Terroranschläge in Spanien womöglich noch flüchtig und könnte sich bereits in Frankreich befinden.

Der flüchtige 22-jährige Marokkaner ist womöglich bereits nach Frankreich geflüchtet.
Der flüchtige 22-jährige Marokkaner ist womöglich bereits nach Frankreich geflüchtet. - Foto: © APA/AFP

Nach der Terrorattacke mit einem Lieferwagen in Barcelona ist der Haupttäter möglicherweise noch auf freiem Fuß. Die Polizei äußerte Zweifel, dass der bisherige Hauptverdächtige tatsächlich der Fahrer des Tatfahrzeugs war. „Es ist eine Möglichkeit. Aber zu diesem Zeitpunkt (...) verliert sie an Gewicht“, sagte der katalanische Polizeichef Josep Lluís Trapero am Freitagabend in einem Fernsehinterview.

Beweislage zu Fahrer des Lieferwagens unklar

Der 17 Jahre alte Moussa Oukabir war nach Angaben der Polizei zusammen mit vier anderen Verdächtigen in der Nacht zum Freitag bei einem Antiterror-Einsatz in Cambrils rund 100 Kilometer südlich von Barcelona erschossen worden.

Es gebe derzeit keine „ausreichenden Beweise“, dass Oukabir den Lieferwagen auf der Touristenmeile Las Ramblas in Passanten gesteuert habe. Offen sei auch, wie er nach der Tat von Barcelona nach Cambrils gelangt sein könnte.

Hauptverdächtiger möglicherweise flüchtig

Medienberichten zufolge richtet sich die Aufmerksamkeit der Polizei auf einen derzeit flüchtigen 22 Jahre alten Marokkaner. Dabei handele es sich um den Bruder eines der getöteten Terrorverdächtigen von Cambrils. Demnach stammt er aus Ripoll rund 100 nördlich von Barcelona.

Der Gesuchte war unbestätigten Berichten zufolge möglicherweise Richtung Frankreich unterwegs. Er könnte die spanisch-französiche Grenze bereits passiert haben.

Durchsuchungen in Katalonien

Die Polizei durchsuchte am Samstagmorgen in der Stadt Ripoll nördlich von Barcelona das Haus eines Imam. Die Sicherheitskräfte hätten nach DNA-Proben gesucht, berichtete die Zeitung „El País“ unter Berufung auf Polizeikreise. Es gebe die Vermutung, dass es sich bei einer der beiden Leichen, die in der von einer Explosion zerstörten Wohnung in Alcanar gefunden worden waren, um den muslimischen Geistlichen handeln könnte.

dpa

stol