Montag, 22. Oktober 2018

Auf den Spuren der Romanik

Auch in diesem Jahr hatte jedermann die Möglichkeit an diesem „Tag der offenen Tür“ im Prokulus Museum und der St. Prokulus Kirche in Naturns Führungen, Rundgänge und besondere Veranstaltungen zu besuchen. Ziel war es, allen Interessierten die Architektur und das Weltbild der Romanik, in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Alpine Straße der Romanik“, näher zu bringen.

Foto: Manuela Trenkwalder
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Foto: Manuela Trenkwalder

Im Prokulus Museum hatten die Besucher die Möglichkeit, bei kostenlosen Führungen, die Geschehnisse rund um die kleine Landkirche zu erfahren und die abgenommenen gotischen Wandmalereien auf sich wirken zu lassen. Für Kinder stand währenddessen eine Mal-Ecke bereit.

In Anlehnung an die Ausgrabungen 1985/86 bei der St. Prokulus Kirche, die sowohl Gräber aus der Gründerzeit als auch dem Seuchenfriedhof des 17. Jh. ans Tageslicht brachten, widmete das Museum diesen Abend dem Thema „Pest“. Der Südtiroler Archäologe und Historiker Dott. Armin Torggler konnte für den Vortrag „Pest & Abort“ gewonnen werden. Herr Torggler zeigte in einem sehr spannenden Referat auf, was der mittelalterliche Mensch wirklich über die Ursachen dieser Krankheiten wusste und wie man sich zu schützen versuchte. Er erklärte, dass neuere Untersuchungen zeigen, dass die Situation etwa auf Burgen weit besser war, als man es sich im Mittelalter, als Zeit katastrophaler hygienischer Zustände, vorstellen konnte. So konnte er unter anderem erklären, wie die regional unterschiedliche Ausbreitung der Pest und anderen Pandemien möglich war.

Naturns war von der zweiten Pestwelle 1636 betroffen. Rund um die St. Prokulus Kirche wurden insgesamt 135 Opfer des Fleckfiebers begraben. Ein Kurzfilm und das von den Archäologen und Anthropolegen dokumentierte Pestgrab lässt den Schrecken dieser Krankheit erahnen.

Nach dem Vortrag wurde auf den schönen Tag und auf die Besonderheiten im Museum angestoßen.

Text: Tanja Flarer

stol