Auf- und Abstieg können bei entsprechender Gehtüchtigkeit und frühzeitigem Aufbruch auch in einem Tag bewältigt werden. Ausgangspunkt ist jedenfalls die Ortschaft Vals im gleichnamigen Pusterer Seitental bzw. das einzigartige Almdorf Fane über dem Talschluss an der Waldgrenze.<BR /><BR />Von der Fane führt der breite Weg durch die schluchtartige „Schramme“ zu einer wichtigen Wegteilung: Links geht es hinauf zum Wilden See (und auch zur Wilden Kreuzspitze), geradeaus führt hingegen unser Weg fast gemütlich durch blühendes, von Murmeltieren bewohntes Almgelände hinauf zur bewirtschafteten Brixner Hütte, wo übernachtet wird, falls man die Tour nicht auf einen Tag beschränken möchte.<BR /><BR />Der Weiterweg führt dann zuerst über einen großen ebenen Boden und dann über mehr oder weniger steinige Hänge und steile Schneefelder durch das schmale hochalpine, von Felswänden gesäumte Rauhtal hinauf zur gleichnamigen Scharte.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="800612_image" /></div> <BR />Und wenig später – unser Fußpfad ist weiterhin markiert und unschwierig – zeigt sich endlich auch unser Gipfel, eine formschöne Pyramide aus Schiefer und Gneis. Und wenn wir unseren Blick talwärts richten, entdecken wir den sagenumrankten, in einem tiefen Kessel liegenden Wilden See.<BR /><BR />Letzte hochalpine Blütenpolster am Weg, viel Gesteinsschutt und zuletzt auch teils gestufter, teils steiler Fels bilden das Gelände, über das uns der Steig schließlich zum Gipfelkreuz führt, das auf der südwestlichen, 2 oder 3 Meter niedrigeren der beiden Bergspitzen steht.<BR /><BR />Mir war unlängst keine hochnebelfreie Fernsicht vergönnt, aber ich weiß von früheren Besteigungen her, dass die Aussicht geradezu grenzenlos ist und vom Piz Bernina bis zum Großglockner und vom Karwendel bis zu den Trentiner Bergen reicht. <BR /><BR /> Für den Abstieg wählen wir wieder den Aufstiegsweg über die Brixner Hütte, allerdings kann auch die durchaus lohnende Alternative über den Wilden See und die Labesebenalm gewählt werden.<BR /><BR />DIE TOUR IM ÜBERBLICK<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="800615_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Wegverlauf:</b> Anfahrt von Mühlbach nach Vals und vor 9 oder nach 17 Uhr (in der Zwischenzeit Fahrverbot, aber Shuttlebusverbindung) hinauf zum Parkplatz kurz vor der Fanealm (1720 m; wer hier früher ankommt, findet leichter Platz). <BR />Nun zu Fuß auf breitem Fahrweg in wenigen Minuten hinüber zur Fane-Alm (1740 m, Gastschenken), von dort auf dem breiten Weg 17 durch eine Felsschlucht („Schram me“) hinauf zu Wegteilung und rechts (geradeaus) in Almgelän de großteils mäßig steil hinauf zur Brixner Hütte (2282 m; ab Fane 1 Std.). <BR /> Weiter zur Wilden Kreuzspitze: Vom Schutzhaus auf Steig 17 B zuerst nordwärts über einen ausgedehnten ebenen Boden hinein, dann an einem Grashang hinauf und nach einem Felsköpfl links durch das hochalpine Rauhtal über Blockwerk, Schutt und teilweise steile Altschneereste empor ins Rauhtaljoch (2808 m). Nun auf Steig 18 über Gesteinsschutt hinauf zum felsigen Gipfelaufbau und steil, aber nicht schwierig zum Gipfelkreuz auf dem Südwestgipfel des Berges (3132 m; ab Brixner Hütte 2–3 Std.).<BR /> Abstieg: wie Aufstieg (insgesamt 3 Std.; Variante über den Wilden See der Karte entnehmen).<BR /><BR />Höhenunterschied: 1412 m<BR />Gesamtgehzeit: 7–8 Std. <BR />Orientierung und Schwierigkeit: Bei optimalen sommerlichen Verhältnissen nicht schwierig, aber Bergerfahrung und ordentliches Schuhwerk notwendig. Auch im hochalpinen Gelände Steig und Markierung vor- handen. Bei Nächtigungsabsicht in der Brixner Hütte ist die rechtzeitige Anmeldung wichtig!<BR /><BR />Wanderkarten 1:50.000: <BR />Kompass, Blatt 56 (Brixen) – 1:25.000: Tabacco, Blatt 037 (Hochfeiler - Pfunderer Berge)<BR />