Die Partei befindet sich seit Berlusconis Abschied aus dem Parlament im November 2013 auf einer scheinbar endlosen Talfahrt. Mehrere Mandatare wollen sich nun der neuen Gruppierung anschließen, die der ebenfalls im Sommer aus der Forza Italia ausgetretene Denis Verdini, ein ehemaliger Vertrauter Berlusconis, gegründet hat.„Liberale Allianz für die Autonomien“ (ALA), heißt die neue politische Bewegung Verdinis, die sich für soziale und wirtschaftliche Reformen einsetzt und im Gegensatz zur Forza Italia den Reformkurs der Regierung von Premier Matteo Renzi unterstützt.Es ist nicht die erste Hiobsbotschaft für die Partei in dieser Woche: Insgesamt 81 Mitarbeiter in den Parteisitzen in Rom und Mailand erhielten vor wenigen Tagen ihre Kündigung. Die Partei könne nicht mehr für die Personalkosten aufkommen, hieß es. Nur mehr Freiwillige sollen künftig für die Gruppierung arbeiten.Berlusconi hat Kontrolle verlorenDie politisch angeschlagene Forza Italia spürt vor allem die Folgen der starken Kürzungen bei den staatlichen Parteienfinanzierungen in Italien. Die Partei musste daher bereits auf ihren repräsentativen Hauptsitz in einem Palast im Zentrum von Rom verzichten und in ein bescheideneres Gebäude ziehen. Nun muss die Gruppierung den Gürtel noch enger schnallen.Berlusconi scheint die Kontrolle über seine Partei verloren zu haben. Seit Monaten schaut der 79-Jährige dem Zerfall seiner Forza Italia tatenlos zu. Die Gruppierung, die Italien jahrelang regiert hat, treibt führungslos dahin. Hoffnung setzt Berlusconi nun offenbar in den Chef der ausländerfeindlichen Lega Nord, Matteo Salvini. Der neue starke Mann in Italiens Rechts-Lager will vor den Kommunalwahlen im kommenden Frühjahr in mehreren Großstädten eine neue Mitte-Rechts-Allianz aufbauen – ähnlich jener, die Berlusconis Regierung in den vergangenen Jahren unterstützte.Neben Forza Italia und Lega Nord soll sich auch die Rechtspartei „Fratelli d'Italia“ dem Bündnis anschließen. Mit der Lega Nord war Berlusconis Forza Italia zehn Jahre lang bis 2011 verbündet. Die Allianz war nach dem Sturz von Berlusconis Kabinett im November 2011 in die Brüche gegangen.apa