Donnerstag, 19. November 2015

Auftaktveranstaltung am Schnalstaler Gletscher

Die Sensibilisierungskampagne zu mehr Sicherheit auf und außerhalb der Skipiste und auf den Rodelbahnen „Ich habe Spaß, GANZ SICHER“ startet heuer wieder mit viel Information und Unterhaltung am 22. November am Schnalstaler Gletscher.

Die Sensibilisierungskampagne der Autonomen Provinz Bozen, Funktionsbereich Tourismus, der Landesberufskammer der Skilehrer in Südtirol und  dem Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols in Zusammenarbeit mit den Skischulen, den Skigebieten, dem Verein „Sicher Rodeln“, dem Verband der  Berg- und Skiführer  Südtirols,  den Bergrettungsdiensten des AVS-CAI, dem Bergrettungsdienst der Finanzwache und der Berufsgemeinschaft der Sportgerätetechniker im LVH  ist auch in diesem Winter wieder in verschiedenen Skigebieten Südtirols unterwegs.

Die richtige Technik und Ausrüstung!

Die Landesberufskammer der Skilehrer Südtirols bietet in Zusammenarbeit mit den Skischulen vor Ort Sicherheitstraining an. Bei den kostenlosen Fahrten mit den Skilehrern können alle noch etwas dazu lernen. Alle Interessierten haben am Service-Checkpoint die Möglichkeit, die Einstellung der eigenen Bindung überprüfen zu lassen und sich wichtige Tipps über das geeignete Material zu holen. Beim Bergrettungsdienst im AVS-CAI und der Finanzwache und den Berg- und Skiführern Südtirols gibt es wichtige Infos zur richtigen Notfallausrüstung im freien Gelände, Lawinenlagebericht, Gefahrenstufen und die richtige Vorbereitung für das Variantenfahren, sowie eine  Schulung mit  dem Lawinenverschütteten-Suchgerät LVS. Weiters werden Übungen mit den Lawinenhunden vorgeführt. Der Verein „Sicher Rodeln“ klärt über das richtige Verhalten auf Rodelbahnen auf, gibt Tipps zur Rodelausrüstung und zum gefahrlosen Rodeln.

Information, Spaß und Unterhaltung mit dem Team „Ich habe Spaß – GANZ SICHER“,  unter der Leitung des Präsidenten der Landesberufskammer der Skilehrer, Claudio Zorzi, des Erste-Hilfe-Experten Oskar Zorzi, und präsentiert von Moderatorin und Skilehrerin Silvia Fontanive.

Die Skifahrer erhalten nicht nur jede Menge an Informationen sondern lernen auch Aufwärmübungen kennen und können an Gewinnspielen teilnehmen.  Wertvoll sind aber vor allem die Tipps zum richtigen Verhalten auf der Skipiste, Erste-Hilfe-Maßnahmen und Kindersicherheit. Natürlich gibt es auch jede Menge Köstlichkeiten von Senfter, Trenker und der Käserei Sexten. Die Kampagne wird von Leitner-ropeways und Prinoth unterstützt.

Landeshauptmann Arno Kompatscher unterstützt die Kampagne

Herr Landeshauptmann, warum kann auf Südtirols Skipisten mehr Rücksicht nicht schaden?

LH Arno Kompatscher: So wie auch im Straßenverkehr muss auf den Ski- und Rodelpisten bzw. im freien Gelände noch mehr Rücksicht genommen werden – zum Schutz der anderen „Verkehrsteilnehmer“, und nicht zuletzt auch zum eigenen. Deshalb läuft nun seit Jahren die Sensibilisierungskampagne „Ich habe Spaß, GANZ SICHER“.

 … die breite Unterstützung findet?

Ja, hierbei arbeiten alle Beteiligten sehr eng zusammen.

 Warum passieren noch immer zu viele Unfälle?

Einerseits werden manchmal das eigene Können und die Kondition überschätzt, andererseits mangelt es oft an der technischen Ausrüstung. Oder Gefahren werden ganz einfach unterschätzt.

 „Ich habe Spaß, GANZ SICHER“ bedeutet ...

 ... sich zu informieren und  auch sich zu unterhalten. In den einzelnen Skigebieten gibt es neben kostenlosen Fahrten mit den Skilehrern, Tipps zum richtigen Verhalten auf der Skipiste und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Außerdem gibt es Informationen zur Kindersicherheit, zur richtigen Ausrüstung, zum Variantenfahren und zur Gefahreneinschätzung. Ich lade ein hinzuschauen und mitzumachen.

„Zett“: Zum neunten Mal läuft heuer die Sensibilisierungskampagne für mehr Sicherheit beim Wintersport. Hat die bisherige Arbeit Früchte getragen?

Claudio Zorzi (i.B.), Präsident der Landesberufskammer der Skilehrer: Ja, die gesamte Skiwelt wurde darauf aufmerksam, dass der Wintersport nicht gefährlich ist, wenn er mit Vernunft betrieben wird.  Statistiken belegen, dass es seit   Einführung der Helmpflicht  40 Prozent weniger zu schweren Unfällen kommt. Die Menschen wurden sensibler, was die Sicherheit vor allem der Kinder anbelangt. Durch den Stein, den wir ins Wasser geworfen haben, hat sich eine große Welle gebildet, um die wir auch außerhalb Südtirols beneidet werden.

Die Inhalte zum Thema Sicherheit sollten nicht mit erhobenem Zeigfinger vermittelt werden ...

Das Motto lautet dementsprechend: „Ich habe Spaß, GANZ SICHER“. Wir wollen unterhaltsam aufmerksam machen.  Es ist ein Appell an die Eigenverantwortung. Das Ziel, dass die Menschen selbst nachdenken, haben wir zu einem hohen Prozentsatz damit erreicht.

Worauf gilt es zu Saison-beginn zu achten?

Da bestehen Unterschiede, ob ich Anfänger oder versierter Skifahrer bin.  Wichtig ist zuallererst, ob das Material, das ich im Keller habe, auch gut gewartet ist, ob die Kanten gut sind oder die Bindung wieder einzustellen ist. Dann sollte ich auf meine physische Konstitution achten. Das Gesundheitskonzept im Leben spielt heutzutage zwar eine wichtige Rolle, doch man sollte sich schon  fragen, wie intensiv man den Sport betreiben will und kann. Wer sich nicht ganz sicher ist, kann sich bei den Skilehrern Tipps holen oder die Technik verfeinern.

Hat sich der Helm – unabhängig von der Pflicht für Kinder bis 14 Jahren –  durchgesetzt?

In Südtirol wird zu 90 Prozent Helm getragen. Die Allgemeinheit hat verstanden, dass man die „Zentrale“ schützen muss. 

Wie steht es um den Trend des Off-Piste-Fahrens und die Sicherheitsaspekte?

 Pulverschnee lockt außerhalb der Pisten, doch gerade dort ist es oft lawinengefährlich. Diesbezüglich gibt es tolle Kampagnen, auch in den Schulen, aber es gilt noch zu sensibilisieren. Off-Piste ist schön, man wirbt mit emotionalen Bilder, Stunts und Steilhängen. Doch die Message dieser Werbeclips ist zu hinterfragen.

Was wünschen Sie sich für die  Wintersaison?

Ich wünsche auch heuer allen Skigebieten viel Erfolg und möchte mich bei allen Teilnehmern und Vereinen der Kampagne für die gute und professionelle Zusammenarbeit bedanken. Auf einen Unfallfreien Winter!

Wie werden die Skilehrer auf das Thema Sicherheit aufmerksam gemacht?

In der Ausbildung wird den angehenden Skilehrern die richtige Technik beigebracht, um diese Kenntnisse dann vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen auf bewusste und sichere Art und Weise umsetzen zu können.

Die Termine:

22.11.2015 – Schnals

28.11.2015 – Carezza

07.12.2015 – Obereggen

08.12.2015 – Sulden

26.12.2015 – Plose

27.12.2015 – Ritten

09.01.2016 – Prags

17.01.2016 – Gröden / Seceda

23.01.2016 - Gitschberg

31.01.2016 - Piz Sorega / Alta Badia

07.02.2016 – Schwemmalm

„Sich von Experten beraten lassen“

Wie viel Aufklärungsbedarf gibt es in Südtirol noch in Sachen „Sicherheit und Verhalten auf der Piste“?

Siegfried Pichler: Die Sensibilisierungskampagne geht in ihr neuntes Jahr, und auch in dieser Wintersaison bieten elf Südtiroler Skigebiete die Möglichkeit an, sich von Experten beraten zu lassen, um in Zukunft noch besser Unfällen vorbeugen zu können. Es hat sich gezeigt, dass solche Sicherheitskampagnen Früchte tragen, da die Skiunfälle in den letzten Jahren laufend reduziert werden konnten. Fast jeder weiß eigentlich schon, dass man es vermeiden sollte, sich an unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten, dass auch auf der Skipiste oder Rodelbahn Hinweisschilder zu beachten sind und bei Unfällen jeder verpflichtet ist, Hilfe zu leisten. Dennoch halten sich manche  Wintersportler noch nicht an diese grundlegenden Regeln. Das gilt im Übrigen auch beim Benutzen von Liftanlagen. Jeder Unfall ist jedoch einer zu viel und daher halte ich persönlich eine Weiterführung der Sicherheitskampagne „Ich habe Spaß, GANZ SICHER“ und die präventiven Maßnahmen, welche die einzelnen Skigebiete in Richtung Sicherheit ergreifen, für sehr sinnvoll.

Werden aber Skifahrer, Snowboarder und Rodler mit Regeln und Geboten nicht schon zu sehr vor den Kopf gestoßen?

Mit der Sicherheitskampagne „Ich habe Spaß, GANZ SICHER“ ist es den Organisatoren gelungen, Inhalte sehr sympathisch zu vermitteln. Die Initiative hat bereits in vielen Südtiroler Skigebieten eine sehr positive Resonanz erzielt, vor allem Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen Jahren großes Interesse und Beteiligung an dieser Initiative gezeigt. Diese Veranstaltung ist sehr informativ und meinungsstark, hat gleichzeitig aber  auch einen hohen Unterhaltungswert. Im Namen der Seilbahnunternehmer Südtirols möchte ich mich bei allen an den Sicherheitstagen beteiligten Personen für Ihren Einsatz im Zeichen der Unfallprävention bedanken und ihnen viel Erfolg wünschen.

stol