Dienstag, 22. März 2016

Augenzeuge in Brüssel: Bombe zerschmetterte Opfern die Beine

Die Beine einiger Opfer der Explosionen auf dem Flughafen Brüssel sind nach den Worten eines Augenzeugen förmlich zerschmettert worden.

Die ersten Fotos, die kurz nach den Explosionen am Brüsseler Flughafen veröffentlicht wurden, stammten von den Reisenden: Sie zeigen Chaos, Angst und Ungewissheit.
Die ersten Fotos, die kurz nach den Explosionen am Brüsseler Flughafen veröffentlicht wurden, stammten von den Reisenden: Sie zeigen Chaos, Angst und Ungewissheit. - Foto: © LaPresse

„Ich habe geholfen, fünf Tote rauszutragen“, sagte der Flughafenmitarbeiter Alphonse Youla. „Ihre Beine waren kaputt, als wenn eine Bombe in einem Gepäckstück explodiert ist“, sagte der 40-Jährige zu Reportern.

Seine Hände waren blutverschmiert, „von den Leuten, die ich rausgetragen habe“. Er habe vor der ersten Explosion einen Mann etwas auf Arabisch rufen hören. „Dann brach die Platten-Decke des Flughafens ein.“

Die Plattendecke des Flughafens stürzte auf die Menschen herab. Foto: LaPresse

Der Rundfunksender VRT meldete, 81 Menschen seien verletzt worden, viele an den Beinen. Auch das lässt darauf schließen, dass sich eine Bombe in einem Gepäckstück auf dem Fußboden befunden hat. Die Staatsanwaltschaft erklärte, eine der beiden Explosionen auf dem Flughafen sei wahrscheinlich durch einen Selbstmordattentäter verursacht worden. Mindestens elf Personen starben auf dem Flughafen.

Eine Passagierin berichtete, nach der Explosion hätten die Menschen in Panik versucht, irgendwo Schutz zu finden. „Uns gelang es, ins Flugzeug zu kommen, aber die Maschine startete nicht“, sagte sie. Später seien die Passagiere mit Bussen weggebracht worden.

Samir Derrouich, der im Restaurant Autogrill arbeitet, sagte über die Explosionen: „Die waren fast gleichzeitig. Es war eine Apokalypse.“

„Alles stürzte herunter, Glas, es war ein unbeschreibliches Chaos“, sagte der 40-jährige Belgier Jef Versele aus Gent der Nachrichtenagentur PA. „Die Bombe kam von unten und ging durch das Dach, es war gewaltig. Ungefähr 15 Fenster in der Eingangshalle wurden einfach rausgesprengt.“

Jordy van Overmeir war aus Bangkok nach Brüssel geflogen und holte sein Gepäck, als er einen Knall hörte. „Ich dachte erst, da sei ein Koffer runtergefallen“, sagte er dem britischen Sender Sky News.

„In der Ankunftshalle habe er Rauch gerochen und Glas und Blut gesehen. “Dann ging ich aus dem Flughafen auf den Parkplatz und da sah ich Menschen mit Kopfverletzungen, weinende Menschen, mehr Blut und auf der Straße überall Glas.“

apa/reuters/dpa

stol