Gänzlich ausschließen wollte Weber die Wahl eines anderen Kandidaten jedoch nicht. Juncker wurde von den Mitgliedsparteien der konservativen und christlichsozialen EVP bei dem Parteitag in Dublin mit einfacher Mehrheit zum gemeinsamen Spitzenkandidaten gewählt. Nach der EU-Wahl Ende Mai äußerten einige EU-Regierungschefs ihre Zweifel gegen die heuer erstmals nominierten Spitzenkandidaten – dazu gehörten auch die der EVP-Familie angehörenden Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt aus Schweden und Viktor Orban aus Ungarn.Auf die „Gerüchte“ über andere Vorschläge als Juncker wollte Weber nicht eingehen. Das sei nicht die Frage – die Unterstützung für den Luxemburger gehe „völlig klar“ aus dem Wahlergebnis hervor. ÖVP-Delegationsleiter Othmar Karas stellte sich erneut deutlich hinter Juncker und betonte, dies gelte auch für seine Partei. „Wir wählen nur Juncker“, so Karas.Der CSU-Abgeordnete Weber erhielt bei der konstituierenden Sitzung der EVP-Fraktion eine Mehrheit von 190 von 192 gültigen Stimmen. Insgesamt wird die neue Fraktion, die nach der Wahl mit einer rumänischen Partei auch einen Neuzugang erhielt, 221 Abgeordnete umfassen. Weber ist seit 204 Europaabgeordneter und seit 2009 Vizepräsident der Fraktion. APA