Samstag, 30. Mai 2015

Aus der UMP werden Die Republikaner

Frankreichs konservative Oppositionspartei UMP heißt jetzt Die Republikaner.

Foto: © APA/EPA

Mit dem Namenswechsel will der Parteivorsitzende, Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy, vor den Präsidentschaftswahlen 2017 einen Neustart für die vor 13 Jahren gegründete Partei schaffen. 

Die Geschichte der Partei im Überblick
April 2002: Bei den Präsidentschaftswahlen zieht der rechtsextreme Politiker Jean-Marie Le Pen in die Stichwahl ein und löst damit in Frankreich ein politisches Erdbeben aus. Als Reaktion schließen sich Konservative und Liberale zur Union für die Präsidenten-Mehrheit (UMP) zusammen. Der konservative Amtsinhaber Jacques Chirac gewinnt die Stichwahl haushoch, bei den folgenden Parlamentswahlen holt die UMP die absolute Mehrheit.

November 2002: Beim Gründungsparteitag wird die Partei in Union für eine Volksbewegung umbenannt, die Abkürzung bleibt unverändert. Ex-Premierminister Alain Juppe wird erster UMP-Vorsitzender.

November 2004: Zum neuen Parteichef wird der damalige Finanzminister Sarkozy gewählt. 

Mai 2007: Als Spitzenkandidat der UMP gewinnt Sarkozy die Präsidentschaftswahlen und zieht als Chiracs Nachfolger in den Elysee-Palast ein. Die Parteiführung lässt er in seiner Zeit als Staatschef ruhen, geleitet wird die UMP fortan von einem Generalsekretär. 

Mai 2012: Sarkozy unterliegt bei den Präsidentschaftswahlen seinem sozialistischen Herausforderer Francois Hollande. Die UMP verliert auch die folgenden Parlamentswahlen und findet sich in der Opposition wieder. 

November/Dezember 2012: Die UMP-Politiker Francois Fillon und Jean-Francois Cope liefern sich einen erbitterten Kampf um die Parteiführung, an der die Partei beinahe zerbricht. Als Sieger geht schließlich Cope hervor. 

Juli 2013: Der Verfassungsrat erklärt Sarkozys Wahlkampfkonten wegen einer Budgetüberschreitung für unzulässig und streicht knapp elf Millionen Euro staatliche Wahlkampfhilfen. Für die bereits hoch verschuldete UMP bedeutet dies beinahe den finanziellen Ruin. Durch eine Spendenaktion nimmt die Partei aber später elf Millionen Euro ein. 

Mai 2014: Wegen einer anderen Affäre um Sarkozys Wahlkampffinanzen muss Cope seinen Rücktritt erklären, die Partei schlittert in eine neue Krise. Die Ex-Premierminister Juppe, Fillon und Jean-Pierre Raffarin übernehmen übergangsweise die Führung der Partei. 

November 2014: Nach einem politischen Comeback wird Sarkozy mit einer Mehrheit von 64,5 Prozent an die UMP-Spitze gewählt. Schon zuvor hatte er angekündigt, die Partei neu aufstellen zu wollen. 

April 2015: Die UMP-Führung beschließt, dass die Partei ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2017 erstmals durch eine interne Vorwahl bestimmen wird. Neben Sarkozy gilt Juppe als stärkster Anwärter. 

Mai 2015: Die Parteiführung beschließt die von Sarkozy gewünschte Umbenennung in Die Republikaner, die Parteibasis billigt dies bei einer Abstimmung. Vollzogen wird der Namenswechsel bei einem Gründungsparteitag in Paris. 

apa/afp

stol